Rezension: Das große Handbuch der Elfen- Emily Hawkins, Jessica Roux - Prestel


Man muss nicht zwingend ein Kind sein, um sich in die Fantasiewelt dieses zauberhaften Buches vertiefen zu können und man muss auch nicht unbedingt ein Mädchen sein, um sich für das Leben von Elfen zu begeistern. 

Emily Hawkins, eine New York Times-Bestsellerautorin hat gemeinsam mit Jessica Roux, einer freiberuflichen Illustratorin aus Nashville, USA, dieses wunderschöne Buch entwickelt. 

Eingangs erfährt man, dass das Manuskript für das vorliegende Werk aus den 1920er Jahren stammt. Entdeckt hat man es in den Archiven des Britischen Naturkundemuseums. Der entsprechende Ordner war mit dem Vermerk "Fakten noch nicht bestätigt" versehen. Eine Spur zur Autorin- Professor Elsie Arbour- konnte man leider bislang nicht ausfindig machen. Insofern bleibt es den Lesern selbst überlassen, zu erkunden, ob es die im Buch fokussierten und detailliert  beschriebenen Elfen auch wirklich gibt. 

Dieses zauberhaft illustrierte Werk führt Seite für Seite in Traumwelten, durch die Kinder mit dem geheimen Leben der Elfen vertraut gemacht werden können. Was Elfen sind, erfährt man gleich zu Anfang. 

Ausführlich wird anhand von Illustrationen die Anatomie von Elfen erklärt. Hier liest man auch, dass diese Wesen spitze Ohren haben, liest über deren Flugmuskeln, auch über deren Flugstil und begreift  sie auf diese Weise am Ende als real existierend. 

Zauberhafte Illustrationen von Elfenflügeln kann man bestaunen und lernt die Namen der einzelnen Elfenarten kennen, auch in lateinischer Sprache. Weiter geht es mit dem Lebenszyklus der Elfen und ihren Verhaltensmustern, beispielsweise, um nicht gesehen zu werden. 

Anschließend lernt man mittels fantasievoller Illustrationen Elfen aus aller Welt kennen. Die Bläuling-Elfe, einer der wohl bekanntesten Elfenarten, kommt übrigens aus Großbritannien. 

Die Lebensräume der Elfen werden visualisiert. Im Grunde findet man sie überall, nicht nur in Gärten. Dort allerdings soll man besonders schöne Exemplare entdecken, so etwa die Apfelbaum-Elfe und erfährt auch, was speziell diese das Jahr über  als Helferin dieses Baumes und seiner Früchte unternimmt. 

Die Pusteblume-Elfe sitzt übrigens unter den Blättern des Löwenzahns, hat die Größe eines Fingernagels. Man erfreut sich vielleicht an dieser Vorstellung, weil dieses Wesen noch viel kleiner ist als der berühmte Däumling. Magie allerorten. 

Über viele Seiten hinweg werden Elfen aller Art alsdann beschrieben und jeweils ihr Lebensraum, ihr Zuhause, ihre Merkmale und ihr Verhalten sehr gut skizziert. 

Zum Schluss dann ist fast jedem klar, dass es "ein Elfenland" offensichtlich nicht gibt, sondern dass diese Wesen Teil unseres Lebensraums sind. Wen wundert es da noch, dass es eine Elfensprache und Elfengeheimschriften gibt? 

Wie man Elfen findet? Diesbezüglich erhält man zahlreiche sehr gute Tipps. Wer genau hinsieht, entdeckt vielleicht Elfenstaub am Fuße von Pflanzen… Das wäre dann ein Indiz. Phantasiebegabte Kinder sehen ihn natürlich sofort.

Über all das und vieles mehr erfährt man Phantasievolles in diesem unbeschreiblich schön illustrierten Buch, das Kinder aber auch Erwachsene in einen Raum führt, in dem man ungestört staunen darf.

Lesefutter für gute Träume...

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Camille Saint-Saens- Der Karneval der Tiere- Ein Musik-Bilderbuch zum Hören- Illustriert von Jessica Courtney –Tickle- Prestel


Dieses wunderschön illustriert Buch zum Staunen und Hören für Kinder ab dem dritten Lebensjahr fördert nicht nur die Fantasie und den Farbensinn der Kleinen, sondern schult auch deren Musikalität. 

Camille Saint-Saens, dessen Klänge im Buch zu hören sind, war bereits als Kind ein begabter Komponist, der im Alter von 16 Jahren seine ersten Symphonien komponierte. 1886, im Alter von 51 Jahren, komponierte er die scherzhaft musikalische Suite "Karneval der Tiere", die noch heute die perfekte Einführung in die klassische Musik darstellt. 

Diese Suite besteht aus insgesamt 14 Sätzen. Für das Buch wurden 9 Sätze ausgewählt. Aufgrund der Illustrationen können Kinder sich das fokussierte Tier optisch vorstellen, nach dem der  jeweilige Satz benannt worden ist. 

Im Rahmen der letzten beiden Seiten gibt es u.a. ein Glossar, mittels dem man sich bestimmte Begriffe erschließen und sie den Kleinen vermitteln kann.  Auch werden die 9 Sätze musikalisch kurz erläutert.

Auf jeder  Doppelseite schließlich findet man ein Noten-Symbol,  mittels dem man die Illustration durch die Musik der "Karneval der Tiere"  zum Leben erwecken kann. 

Erzählt wird die Geschichte von Ben und Tom, die gemeinsam in einem Buch über die Welt der Tiere lesen, dabei auf geheimnisvolle Art Teil dieser Welt werden und dort Abenteuer erleben, die Kinder gewiss begeistern werden. 

Zauberhafte Bilder, so etwa von besonders musikalischen Schildkröten oder von bunten Vögeln oder von Tieren, die im Wasser leben, bleiben unvergesslich, nicht primär der kleinen Geschichten wegen, sondern hauptsächlich aufgrund der Musik, auf die jeweils eine spezielle Illustration abgestimmt ist. 

Es sind paradiesische Traumwelten, die sich den Kleinen eröffnen,  magische Welten, wo es viel zu sehen und zu bestaunen gibt. Darüber zu plaudern, wird Kindern  gewiss ein Vergnügen sein und bei Knopfdruck werden sich diese Paradiese immer tiefer im Gedächtnis einprägen, speziell was die Klänge und die Farben anbelangt. 

Die Kultivierung des Geschmacks kann nicht früh genug beginnen. Ein Zugang zur klassischen Musik ergibt sich selten ohne Anstoß von außen.

Wichtig: Für Kinder unter drei Jahren nicht geeignet wegen der verschluckbaren Kleinteile, wie etwa der Batterien im verschlossenen Batteriefach. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König
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Rezension: Das ist das Leben- Christian Borstlap-Prestel


Dieses die Fantasie und den Geist anregende, zauberhaft illustrierte Bilderbuch bringt bereits Grundschülern philosophisches Denken nahe. Erwachsene sollten das Buch mit den Kleinen gemeinsam betrachten und lesen und immer wieder auf die Fragen, die neugierige Kinder zu den Texten gewiss spontan stellen werden,  ausführlich - ohne zu dozieren- antworten.  Das erfordert Geduld, die man sich nehmen sollte, weil es das eigenständige Denken von Kindern fördert.

Wie ist Leben auf der Erde entstanden? Was genau ist Leben überhaupt und was kann es bedeuten? #Christian_Borstlap gibt mit seinen knappen Antworten Denkanstöße, die Begriffe mit Inhalt zu füllen. So erfährt der kleine Leser u. a., dass Leben  auch "Wahrnehmen" sei. Dabei wird der Betrachter von einer riesigen Pupille angeblickt, die als solche erst mal wahrgenommen werden muss. 

Es macht Sinn, die Kleinen aufzufordern, mit einzelnen Begriffen zu spielen und sich Geschichten dazu einfallen zu lassen, um so das Gelesene zu vertiefen, beispielsweise auch den Gedanken, dass Leben "Geben" und "Nehmen" sei. Dies zu verinnerlichen, halte ich für überaus wichtig, um später ein zufriedenes Miteinander gestalten zu können. 

Es wird daran erinnert, dass man mitunter viel Krach machen und auch kämpfen muss, (die Illustration  verdeutlichen weshalb) aber auch daran, dass es nicht immer gerecht im Leben zugeht, (auch dies erschließt sich aus der entsprechenden Illustration, wenn man aufmerksam hinschaut). Ist es klug, diese Tatsache nahezu schicksalergeben hinzunehmen?

Wann ist das Leben kompliziert? Die Frage kann man selbst als Erwachsener nicht spontan beantworten. Vielleicht gelingt dies Kindern besser. 

Besonders gut gefallen hat mir der Gedanke zum Schluss: "Leben ist etwas, was wir zusammen machen. Alles Leben ist miteinander verbunden und alles ist voneinander abhängig!"

Diesen Gedanken sollten Menschen schon als Kind verinnerlichen und verstehen lernen, denn dann könnte sich sie Gesellschaft zukünftig in wirklich positiver Weise ändern. 

Maximal empfehlenswert.

Helga König 

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Rezension: Im Dschungel wird gewählt: So funktioniert Demokratie- von Larissa Ribeiro (Autor, Illustrator), André Rodrigues (Autor, Illustrator), Paula Desgualdo (Autor), Pedro Markun (Autor)- Prestel



Dieses sehr intelligent verfasste Kinderbuch eines brasilianischen Autorenteams ist mit Kindern für Kinder entstanden. Dabei haben im Rahmen von fünf Workshops in den brasilianischen Städten Sao Paulo und Florianopolis Kinder die im Buch vorkommenden Tiere gespielt und eine Wahl abgehalten. Alles, was sie dabei erlebten, hat als Anregung für das hübsch illustrierte Buch gedient, dessen Ziel es ist, Spaß zu machen, zum Nachdenken und zum konstruktiven Dialog zwischen Kindern und Erwachsenen anzuregen. 

Das Werk ist für Vorschul- und Grundschulkinder konzipiert. Auf spielerische Weise lernen die Kleinen, wie Demokratie funktioniert. Mit der Vermittlung dieses Wissens kann man nicht früh genug beginnen, damit sich ein entsprechendes Bewusstsein entwickeln kann.

Die bunten Farben, die einfach skizzierten Dschungeltiere, die die Kinder problemlos auf einem Blatt Papier nachmalen können, auch die kindgerechte Sprache machen das Buch pädagogisch wertvoll.

Worum geht es? Die Tiere des Dschungels haben ihren König satt, weil er selbstbezogen den Fluss umgeleitet und sich direkt vor seiner Höhle ein Schwimmbad gebaut hat. Sie sind empört, denn nach ihrer Meinung gehört das Wasser allen und beschließen direkt vor dem Schwimmbad zu demonstrieren. 

Wie üblich für selbstherrliche Herrscher, sind dem Löwen seine Untertanen und deren Belange wurscht. So brodelt es unter den Tieren, bis sie sich entscheiden, eine Demokratie zu gründen und eine Wahl abzuhalten. 

Die kleinen Leser und Leserinnen lernen  nun Wahlregeln kennen, auch was während der Wahlkampagne und während des gesamten Wahlprocederes geschieht. 

Dann werden  die Kandidaten und Kandidatinnen vorgestellt,  unter ihnen auch der Löwe. Sie verdeutlichen alle, weshalb sie als Vertreter ihrer Partei als Regierungschef gewählt werden sollten.

Die Kinder können sich jeweils Vor- und Nachteile klar machen, nachdenken und nachvollziehen, weshalb der König des Dschungels nach der Wahl dem Gestern angehört. 

Was dann noch Kluges geschieht, können Sie dem Buch entnehmen, denn ich möchte nicht zu viel verraten. 

Das Lernziel „Gemeinsamkeit und ohne Eile“ wird  gut nachvollziehbar dargeboten. Die Kinder werden gefragt, ob sie mit dem Ergebnis zufrieden sind. Es kann also diskutiert und es können andere Möglichkeiten ausgelotet werden. 

Wichtig: Es geht also nicht um hinnehmen, sondern um selbst denken. 

Zum Schluss werden zentrale Begriffe des Buchs erläutert, darunter solche wie Demokratie, Demonstration, Podiumsdiskussion, auch Urne und Wahlkampagne. Hier sollten die Erwachsenen nachfragen, ob die Kleinen  auch tatsächlich verstehen, was sie gelesen  haben.

Man kann nicht früh genug mit der Erziehung von Demokraten beginnen. Dieses Buch eignet sich hervorragend dazu, weil es kindgerecht, spielerisch und doch sehr nachdenklich die Mädchen und Jungs mit dem überlebenswichtigen  Thema vertraut macht. 

Pädagogisch erste Sahne.

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Das große Baustelle- Wimmelbuch- Isabelle Göntgen- Wimmelbuchverlag



Das große Baustelle-Wimmelbuch werde ich einem meiner zukünftigen Nachbarskinder schenken. Es feiert kommende Woche seinen 2. Geburtstag. Motiviert zu diesem Buch hat mich dessen Faszination für einen Bagger, den es freudig bestaunt, wenn er seine Arbeiten verrichtet. Die Faszination für den Bagger teilt es mit anderen kleinen Kindern, die ihre Mütter ebenfalls zum Verweilen drängen, um dieses Fahrzeug anzuhimmeln und immerfort "Bagger, Bagger" zu plappern. Was die Faszination auslöst, können möglicherweise Kinderpsychologen erklären. Meine Deutungsversuche halte ich diesbezüglich wissenschaftlich für unergiebig. 

Wikipedia schreibt: "Das Wimmelbilderbuch, meist kurz Wimmelbuch genannt, ist eine spezielle Form des Bilderbuchs. Charakteristisch ist oft das im Verhältnis zu anderen Bilderbüchern große Format. Häufig werden Formate größer als A4 gewählt. Auf den sich dann auf dickem Karton meist doppelseitig erstreckenden Bildern "wimmelt" es von Details, Menschen, Tieren und Dingen, sogenannte Wimmelbilder, von denen auch der Name abgeleitet ist. Innerhalb eines Bildes werden Dutzende kleine Alltagsszenen dargestellt, die miteinander durch die gemeinsame Umgebung, wie zum Beispiel einen Zoo, eine Stadt oder einen Bauernhof, verbunden sind."*

Im vorliegenden Buch für Kinder von 2-4 Jahren geht es um Baustellen, geht es darum, dass Kinder anhand von vielen Miniaturen begreifen lernen, was auf unterschiedlichen Baustellen geschieht, wozu Betonmischer, Bagger und Kräne notwendig und im Dauereinsatz sind. 

Auf der ersten Doppelseite lernt man diverse Leute kennen, die auf den Wimmelbildern in der Folge entdeckt werden können. Kinder brauchen  solche Erfolgserlebnisse, wenn sie sich nicht langweilen sollen und man muss sie loben, wenn sie etwas gut zu Wege bringen. Hier werden den Bildbetrachtern, die die Kleinen beim Wimmelbuchgucken begleiten, angeregt, Fragen zu stellen, so etwa "Was macht Flavia mit der grünen Brille?" oder "Dirk liebt seinen Bagger… und wen noch?"

Bereits auf dem ersten Wimmelbild sieht man neben den Baufahrzeugen in Aktion viele Miniaturen, wo Menschen auf unterschiedliche Weise agieren. Es gibt also geradezu unendliche Möglichkeiten, Kinder zu befragen und auf diese Weise ihre Achtsamkeit zu schulen. 

Die Wimmelbilder in diesem Buch sind weltoffen und multikulturell angelegt und das soll auch noch erwähnt werden, Baggerfahren ist in diesem Bilderbuch nicht zwingend eine männliche Angelegenheit. 

Man sieht auch Menschen in landestypischer Kleidung, so steht neben einer afrikanisch gekleideten Frau ein Schwarzwaldmädel und lernt liberalen Umgang mit fremden Erscheinungsbildern. 

Ein sogenannter "Schwimm-Bagger"  sorgt für Aha-Erlebnisse, weil er begreifbar macht, weshalb der Baggersee "Baggersee" heißt.  Solche Bilder prägen sich ein.

Im Wasser und am Ufer wimmelt es vor Kindern und Erwachsenen, die die unterschiedlichsten Dinge  unternehmen. Hier können Kinder sehr viel erzählen  und ihrer Phantasie  Raum geben.

Wer die Welt kennen lernen möchte, muss schauen, benennen. Genau das wird hier eingeübt, wenn die Betrachtenden mit viel Geduld Zentimeter für Zentimeter die Bilder studieren. 

Lobenswert sind die vielen schönen Farben, die für innere Heiterkeit sorgen und zugleich das Farbempfinden schulen. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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*Wikipedia: Wimmelbilderbuch

Rezension: Benjamin Blümchen- Wimmelbuch- Wimmelbuchverlag


Benjamin Blümchen ist ein Elefant mit menschlichen Eigenschaften aus dem Zoo im fiktiven Neustadt. 

In diesem Bilderbuch erleben Kinder Benjamin, dessen besten Freund Otto, Zoodirektor Tierlieb, die rasende Reporterin Karla Kolumna sowie viele andere Bewohner von Neustadt einen sehr aufregenden Tag. 

Weshalb? 

Tierbabys sind aus dem Zoo verschwunden und wimmeln überall in der Stadt umher. Aufgabe der kleinen Bildbetrachter ist es, gemeinsam mit Benjamin Blümchen und seinen Freunden diese Tiere wiederzufinden. Dabei erleben sie mancherlei Abenteuer, die sie dann weitererzählen können.  

Auf der Rückseite des Buchdeckels lernt man einige der Tiere, die im Buch zu sehen sind, bei ihren Namen kennen,  so etwa Eric Eisbär  und Steven Strauß, zudem werden die rasende Reporterin, der Zoodirektor und andere Personen vorgestellt, die auf den Wimmelbildern eine Rolle spielen. 

Kleine Kinder ab 2 Jahren können gemeinsam mit älteren Geschwistern oder ihren Eltern,  den Großeltern  als auch anderen Betreuern die Wimmelbilder bestaunen und lernen spielerisch viele Tiere bei ihren Namen zu benennen. 

Auf den doppelseitigen Bildern im Buch sind unterschiedliche Motive zu sehen, zunächst der Zoo, dann eine hübsche Wohngegend, ein Zirkusgelände und ein Piratenanlegeplatz. Es sind Idyllen, die hier nicht nur Kinderherzen erfreuen, denn die abgebildeten Menschen und Tiere gehen zumeist  liebevoll miteinander um. 

Didaktisch gesehen sind die vielen kleinen Miniaturen auf den Wimmelbildern sehr lobenswert, denn hier werden Hilfsbereitschaft, die Menschen- und Tierliebe, Sinn für das Schöne in der Natur (viele Blumen, viel Grün), eingeübt. 

Durch bunte Luftballons und Schmetterlinge wird die Leichtigkeit des Seins suggeriert, die sich ergibt, wenn man so freundlich und aufmerksam wie auf den Bildern miteinander umgeht. 

Während ein Pinguinbaby das Mikrophon des Bürgermeisters hält, der zur Zirkusgesellschaft redet, schleckt ein Eisbärbaby versonnen ein großes Eis, um seinem Namen alle Ehre zu machen, turnt eine Affenbande auf dem Dach eines Karussells, während ein kleiner Frosch sich an einem Kater festhält, um mit ihm gemeinsam in die Lüfte zu steigen. Diese Seilschaft wird von bunten Luftballons getragen. Ach ja, die entzückenden Entenbabys machen sich an den nackten Knöcheln der rasenden Reporterin zu schaffen. Sie wollen offenbar mit ihr spielen und ihr Tempo bremsen. 

Benjamin Blümchen ist der ruhende Pol in diesem ganzen Gewimmel. Das macht ihn zur entscheidenden Figur in diesem Wimmelspiel. Nicht umsonst heißt es: In der Ruhe liegt die Kraft. Dies kann ein Kind nicht früh genug erlernen.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Das Kunst Memo Spiel- Mit 36 berühmten Kunstwerken- Alter 4- 99- Prestel



Kinder kann man nicht früh genug mit Kunst konfrontieren, um Interesse dafür zu wecken. 

Bei diesem #Memospiel mit 36 Paaren muss man stets zwei verschiedene Detailausschnitte aus ein und demselben Kunstwerk finden. 

Diese Kunstwerke sind auf einem, vier Seiten umfassenden Faltblatt zu sehen. Hier auch erfährt man den Titel des jeweiligen Werkes, die Entstehungszeit, den Künstler (m/w) und  zudem an welchem Ort man das Original besichtigen kann. 

Die Kunstwerke namhafter Künstler entstammen unterschiedlichen Epochen. 

Zu den Malern zählen Albrecht Dürer, Hieronymus Bosch, Pieter Bruegel D.Ä, Carl Spitzweg, Raffael, Guiseppe Arcimboldo, Claude Monet, August Macke, Robert Delaunay und andere mehr. 

Es empfiehlt sich Kinder nach dem Spiel zu motivieren, die Gesamtbilder zu beschreiben, um so Farb- und Formverständnis zu mehren. 

Schön, dass auch Pieter Bruegels Werk "Kinderspiele" dabei ist. Es erinnert nämlich an ein Wimmelbild. Das macht kleine Kinder natürlich neugierig. 

Etwas größere Kinder, die bereits mit Buntstiften oder Pinseln umgehen können, haben die Chance, das, was es zu sehen gibt, individuell dem Alter und Können entsprechend, malerisch umzusetzen.

Die 72 Kärtchen sind in einer hübschen Box enthalten. Von da entnommen, werden  sie mit der Bildseite nach unten auf den Tisch gelegt. Pro Runde deckt jeder Spieler zwei Kärtchen so auf, dass alle die Motive zu sehen vermögen. 

Wer ein zusammengehörendes Paar findet, darf es behalten und abermals zwei Kärtchen aufdecken. Falls nicht, werden die Karten wieder umgedreht und der nächste Spieler (m/w) kommt an die Reihe. Gewonnen hat, wer am Ende die meisten Bildpaare sein Eigen nennt. 

Das Spiel eignet sich für 2-6 Personen. Die Spieldauer beträgt pro Spielrunde ca. 15 Minuten. 

Sehr lehrreich. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Klänge der Natur- Welt der Vögel- Robert Hunter- Prestel

In diesem faszinierend illustrierten Vogelkundebuch für Kinder ab dem 3. Lebensjahr lernen diese zahlreiche wunderschöne Vögel kennen. Darüber hinaus können die Kleinen über 60 verschiedene Vogelstimmen entdecken, indem sie auf entsprechend gekennzeichnete Symbole drücken. Dann nämlich fangen die jeweiligen Vögel an zu zwitschern.

Die Klänge sind in Zusammenarbeit mit der Macaulay Bibliothek des Cornell Labors entstanden. Das macht eine Batterie möglich, die auf dem hinteren Buchdeckel integriert ist. Der wichtige Hinweis zum Batteriewechsel sollte unbedingt gelesen und ernst genommen werden aus Sicherheitsgründen für die Kinder.

Die Vogelwelt ist untergliedert in: Vögel des Regenwaldes +Vögel der Berge+Vögel der Wüste +Vögel der Steppe+Vögel des Waldes +Vögel im Eis+ Vögel der Feuchtgebiete+ Vögel der Stadt Vögel des Meeres+Vögel im Busch.

Auf jeweils einer Doppelseite sind dann stets ausgesuchte Vögel zu bewundern und werden auch kurz beschrieben. Dazu gibt es dann immer eine Vogelstimme, die man, wie bereits erwähnt, per Symboldruck erklingen lassen kann.

Zu den Vögeln der Stadt zählen beispielsweise der Eichelhäher, die Elster, der Star, der Wanderfalke, die Haustaube, der Höckerschwan und die Blaumeise. Zu hören gibt es auf dieser Doppelseite den heiseren Schrei des Eichelhähers, der jedes Jahr mehrere Tausend Nüsse für den Winter vergräbt.

Was genau Vögel sind, wird sehr gut erläutert. Dass es diese Tiere schon 160 Millionen Jahre gibt, lässt allerdings staunen. Einige Fachausdrücke lernt man kennen und kann sie den Kleinen vermitteln. Zudem erfährt man konkret, wo die Vögel leben. Auch über die Beschaffenheit der Lebensräume liest man Wissenswertes und darf sich jeweils die Vogelstimmen in diesen Lebensräumen zu Gemüte führen.

Dies ist  für Kinder gewiss ein Riesenspass, der sehr gut Lerninhalte zu transportieren vermag. Was man spielerisch erlernt, wird nicht so leicht vergessen. Und wenn beim nächsten Waldbesuch der Distelfink ruft, wird Ihr Kind oder Enkelkind, wissen, wer das ist und den Vogel auch benennen können. Die Welt erschließt sich uns intellektuell durch die Sprache, durch unsere aber auch durch die Sprache der Tierwelt.

Maximal empfehlenswert

Helga König

Rezension: Das große Buch der Architektur- Prestel

Die Autorin Susanne Rebscher und Illustratorin Annabelle von Sperber haben dieses schöne Wimmelbuch auf den Weg gebracht, das für Kunstfans von 4 bis 99 ein Riesen-Such-Spiel-Spaß verkörpert, so die Werbung des Verlags, in der  keinesfalls übertrieben wurde, wie ich mich überzeugt habe. 

Ben und Mia gehen auf eine Zeitreise und besuchen an unterschiedlichen Orten im Heute und in der Vergangenheit, berühmte Bauwerke. Es geht also konkret um eine Reise in die Welt der Architektur.

Die einzelnen Orte werden auf den letzten Seiten ausführlich beschrieben. Es handelt sich dabei um den Tower von London, den Eiffelturm in Paris, die Metro von Moskau, das Kolosseum in Rom, die Kaiserstadt in Peking, die Gräber der Pharaonen in Gizeh, Ägypten, Taj Mahal in Agra, Indien, das Empire State Building in New York, USA, die Hagia Sophia in Istanbul, Schloss Neuschwanstein in Hohenschwangau, Deutschland, der Tempel Todai-ji in Nara, Japan und das Opernhaus in Sidney, Australien. 

Bevor man sich jeweils in die Bilderwelten vertieft, die wie bei allen Wimmelbüchern den Hauptbestandteil des Buches bilden, macht es Sinn, die erläuternden Texte zu Ende des Buches zu lesen. 

Da gibt es beispielsweise den Eiffelturm in Paris, dargestellt auf einer Doppelseite. Die Szenerie spielt sich in einem anderen Jahrhundert ab. Die Zeitreisenden Ben und Mia sind zur Weltausstellung 1900 nach Paris gereist. Hinter dem Eiffelturm  kann man die Silhouette von Paris zu bewundern, auch ein Feuerwerk, ein Riesenrad, unzählige Menschen, in den Kleidern von damals sind auf dem Wimmelbild zu erblicken. 

Am unteren Rand der Doppelseiten sind nicht nur der Ingenieur des Turm - Gustave Eiffel- zu sehen, sondern auch Dinge wie ein Riesenscheinwerfer für die Beleuchtung des Eiffelturms u.a. mehr.

Damals war der Eiffelturm übrigens rot bemalt und wurde später erst umgestrichen. Die benannten Gegenstände und den Erbauer des Eifelturms kann man auf dem Bild dann suchen und sich so die Einzelheiten bewusst machen und spielerisch Neues hinzulernen, speziell das, was man auf den letzten Seiten dazu gelesen hat.  Pädagogisch ist das sehr klug gemacht.

Jede einzelne fiktive Reise ist überaus lehrreich, regt die Fantasie an, macht neugierig. Dass man Bauten rund um den Globus zu Präsentation ausgesucht hat, finde ich besonders lobenswert, weil dies für Weltläufigkeit  bereits bei Kindern sorgt. 

Auf einer Weltkarte ganz zu Anfang kann man sich klar machen, wo die einzelnen Gebäude verortet sind. Kindern dies alles schon im Vorschulalter spielerisch nahezubringen, halte ich für sinnvoll, doch auch in späterer Zeit schadet ein längerer Blick in dieses Buch nicht,  weil es in eine andere Welt führt, die Fantasie anregt  und Freude schenkt.

Alle Reisen sind nach dem gleichen Prinzip aufgebaut. Die Welt wird bunt und vielschichtig dargestellt. Reiselust wird bereits bei Kleinkindern geweckt. Das kann nur gut sein.

Maximal empfehlenswert
Helga König

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Rezension: Magritte und sein Apfel- Klaas Verplancke- Diogenes- Moma

Autor und Illustrator dieses schönen Kinderbuchs ist der Belgier Klaas Verplancke. Den vorliegenden Bildband hat er dem Künstler und Surrealisten René Magritte gewidmet. Dieser wurde 1898 in Lessines in Belgien geboren. Dort begann er im Alter von 12 Jahren zu malen und studierte ab 1914 an der Académie royale de Beaux-Arts in Brüssel. Zunächst probierte Magritte verschiedene Stile aus und begann dann alltägliche Gegenstände zu malen. Dies wurde zu seinem Erkennungszeichen. Magritte gilt als einer der wichtigsten Surrealisten. Dabei vermischte er alltägliche Gegenstände mit Phantastischem und gab damit dem Betrachter Rätsel auf. 

Verplancke lässt die jungen Leser wissen, dass der Surrealismus in den frühen 1920 er Jahren in Paris entstanden ist als Schriftsteller, später auch Künstler mit der Beziehung zwischen Wort und Bedeutung zu experimentieren begannen. Aufgrund  des furchtbaren Grauens, das mit dem 1. Weltkrieg verbunden war, verließen die Künstler sich nicht mehr auf die Vernunft und schöpften ihre Kunst aus Träumereien, Spielereien und Phantasie. 

Im Buch erzählt der Autor die Lebens- und Schaffensgeschichte  René Magrittes mit knappen Worten und visualisiert das Erzählte durch hübsche, lehrreiche Illustrationen, die dem jungen Betrachter (m/w) eine Idee von Magrittes Kunst verschaffen. 

Für die Illustrationen verwendete Verplancke Dinge aus unterschiedlichen Gemälden Magrittes. Die Gemälde sind auf den letzten Buchseiten zu sehen. Mit Verplanckes Methode, ist es möglich, Kindern spielerisch die Kunst Magrittes näher zu bringen.

Pädagogisch wertvoll. Sehr empfehlenswert. 

Helga König 

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Magritte und sein Apfel (Kinderbücher)