Rezension: Der Tag, an dem ich ein Vogel wurde- Ingrid Chabbert, Guridi

 
Dieses in grau-schwarz gehaltene Kinderbuch motiviert die Kleinen ab 4 Jahre, sich auf die Bleistiftzeichnungen zu konzentrieren, während ihnen Erwachsene die knappen, leicht verständlichen Texte vorlesen und die Fragen beantworten, die sich aus den Texten und Zeichnungen ergeben.

Der Ich-Erzähler erzählt wie er sich am ersten Schultag in seine Klassenkameradin Candela verliebt, die vor ihm in der Klasse sitzt, ihn deshalb nicht sehen kann, während er sie bewundert. Der Junge weiß zwischenzeitlich, dass sie Vögel liebt, diese in der Natur beobachtet und sich um die verletzten Tiere kümmert. Candela hat, so erzählt er weiter, nur Augen für Vögel und er nur Augen für Candela. Genau das macht eben Verliebtheit aus, lernen die aufmerksamen Bildbetrachter*innen und Zuhörer*innen. Nur Augen für den Anderen zu haben...

Alsbald betrachtet auch der Ich-Erzähler Vögel mit anderen Augen, kann einen Regenpfeifer von einem Waldsänger und von einer Blaumerle unterscheiden und beschließt, sich eines Tages in einen großen Vogel mit blauem Gefieder zu verkleiden, sich ganz als Vogel zu fühlen, was ihm viele neue Erfahrungen beschert. Er tut dies, um Candela zu gefallen und ihre Aufmerksamkeit zu erregen. 

Was passiert? Candela nimmt ihn plötzlich wahr, doch dann geschieht ein Wunder….! 

Wunder können lehrreich sein! 

Diese Geschichte wird von Zeichnungen begleitet, die selbst kleine Kinder sehr gut nachzeichnen können. Hinzu kommt, dass sie die Grafik eines Vogelflügels und eine bemerkenswerte Zahl von Vögeln, unter diesen eine Eule mit ihren klugen Augen kennenlernen. Vor allem aber lernen  die Kleinen, wie sich Verliebtheit anfühlt.

Maximal empfehlenswert 

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Rezension: Tierisch gute Freunde- Sy Montgomery und Rebecca Green –Diogenes


Die Verfasserin dieses wunderschönen, lehrreichen Kinderbuches ab 4 Jahre ist die Naturforscherin und Bestellerautorin Sy Montgomery. 

Die zauberhaften Illustrationen hat Rebecca Green realisiert.
 
Worum geht es in diesem Buch? 

Um den Beweis dafür, dass es nicht nur in der Schule Lehrer gibt, sondern, dass sie uns überall begegnen können, es keineswegs immer Menschen sind, die uns Wichtiges für das Leben vermitteln, sondern sogar Zwei-, Vier-oder gar Achtbeiner. Erwachsene sollten dies wissen, Kinder sollten dies frühzeitig lernen, um nicht ignorant durchs Leben zu laufen.

Die Ich-Erzählerin berichtet davon, wie sie als kleines Mädchen zunächst von einem Hundebaby lernte und zwar etwas wirklich Entscheidendes: Wenn man die Augen offen hält, tut sich die Welt für uns auf.

Mit dieser Erkenntnis lernt die Ich-Erzählerin voller Neugier im Laufe ihres Erwachsenenlebens sehr viel von Tieren. Erzählt u.a. von ihren Erfahrungen mit Gorillas und hier wie wichtig es ist, das Revier des anderen zu achten. 

Seite für Seite warten hübsche Illustrationen auf die kleinen BetrachterInnen, kindgerecht gemalt, viele Fröhlichkeit stimulierende Emotionen vermittelnd und bei allem farbenfroh. 

Sich selbst ein Bild machen, das ist ebenso wichtig, wie die Erkenntnis, dass jedes Lebewesen zählt und man in dunklen auf bessere Zeiten vertrauen sollte, anstelle aufzugeben. Dies und vieles mehr hat die Ich-Erzählerin von Tieren gelernt, die sie als Tierforscherin beobachtet hat. 

Mit Kindern dieses reich illustrierte Buch zu lesen und über dessen Inhalt zu sprechen, ist pädagogisch sinnvoll, weil dadurch nicht zuletzt die Achtsamkeit gefördert wird im Hinblick auf all das, was sich um uns bewegt. 

Maximal empfehlenswert. 
Helga König

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Rezension: Die Zauberflöte- Wolfgang Amadeus Mozart- Ein Musik-Bilderbuch zum Hören-Prestel


In diesem sehr schön illustrierten Buch mit knappen Erzähltexten können Kinder ab 4 Jahren die berühmteste Oper von Mozart spielerisch kennenlernen. Dabei empfiehlt es sich, wenn Erwachsene zunächst die letzten beiden Seiten des Buches lesen, um ihren Schützlingen anschließend zu vermitteln, wer Wolfgang Amadeus Mozart war und was es mit der Zauberflöte auf sich hatte. 

Vielleicht lässt sich den Kindern auch das ein oder andere aus dem beigefügten Glossar vermitteln und man kann so den Kleinen erklären, was man unter einer Melodie, einer Arie oder unter Rhythmus versteht. Es ja bereits erfreulich, wenn sie die Begriffe schon mal gehört und nicht vergessen haben, auch wenn sie diese Jahre später erst mit Inhalt füllen können. 

Worum es geht? Um die Abenteuer des Prinzen Tamino, um Unfrieden zwischen zwei Königreichen, auch um den Vogelfänger Papageno, die Königin der Nacht und deren, seitens des Sonnenkönigs entführte Tochter Pamina. Tamino soll diese wiederfinden und sich deshalb mit einer Zauberflöte auf eine gefährliche Reise begeben. Geführt von einer Fee, findet er die Königtochter schließlich, aber es muss noch viel geschehen, bis Frieden und ein Happy End in Sicht sind… 

Die phantasievollen Illustrationen entzücken Kinderaugen natürlich und die knappen Erzähltexte ebenso. Dabei gibt es viel zu sehen und zu fragen und da es sich um ein Musikbilderbuch zum Hören handelt, sind Druckpunkte auf jeder Bildseite zu betätigen, die, sobald man auf sie drückt, Melodien aus der Zauberflöte ertönen lassen, kurze Sequenzen, die zu den Illustrationen (kindgerechte Bühnenbilder) passen. 

Auf der letzten Seite werden dann die insgesamt 10 Druckpunkte inhaltlich genau beschrieben. Beispiel Druckpunkt 6: "Das ist die berühmteste Melodie aus der Zauberflöte! Tamino spielt sie um Pamina zu finden. Dankbarkeit, dass Pamina am Leben ist. Der Operntext erzählt, dass sich selbst wilde Tiere freuen, wenn sie die Flöte hören. Der Klang ist dabei ländlich und zeichnet das Bild des Waldes."

Diese Texte können Erwachsene ihren Kleinen in einfachen Worten vermitteln oder einfach vorlesen und bei Unverständnis kurz erläutern, dann die beigefügten Knöpfe drücken, um zu erfragen, an welcher Stelle der  zuvor gelesenen Geschichte, sie diese Musik schon mal gehört haben. 

So kann das musikalische Erinnerungsvermögen geschult werden. 

Dies ist ein Buch, das die Liebe zu klassischer Musik entstehen lässt. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König 

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Rezension: Die Hüterin der Drachen- Curatoria Draconis, Tomislav Tomic- Prestel

Dieses beeindruckend illustrierte Buch visualisiert eine Phantasiewelt, in der Drachen die Hauptrolle spielen. Es nimmt Kinder mit auf die Reise durch die Kontinente und lässt auf subtile Weise Bewusstsein für die Umwelt aber auch deren Zerstörung entstehen.

Gleich zu Beginn stellt sich die Hüterin der Drachen vor. Sie berichtet von ihren Aufgaben und lässt die LeserInnen wissen, dass die Lebensräume und Verstecke der Drachen durch den Abbau von Rohstoffen geplündert und zerstört werden, es deshalb ihre Drachen-Arche gäbe, wo die letzten Drachen Zuflucht fänden.

Auf einer Doppelseite kann man sich alsdann in das Innenleben der Drachen-Arche vertiefen und ahnt bereits, das Staunen über das gewaltige Schiff mit den vielen wohldurchdachten Wimmelmomenten. Hier gibt es etwas zu sehen! Hier darf man ungebremst staunen! 

Natürlich wird zu Beginn des Buches auch die Besatzung vorgestellt, zudem wird das Quartier der Drachenhüterin doppelseitig gezeigt. Dort können Kinder Einzelheiten benennen und Geschichten entwickeln, die sich aus dem Gesehenen ergeben. 

Dann fangen die Reisen an, beginnend mit einer Zeichnung von Ozeanien und einem Text, in dem man erfährt, was Ozeanien so attraktiv für Drachen macht. Vorgestellt wird die dort häufigste Drachenart und es wird mit einer Kurzbeschreibung des Lindwurms aufgewartet. Auch eine Warnung für den Lehrling fehlt nicht. Phantasievolle kleine Geschichten runden die Präsentation dieses und weiterer Drachen ab. 

Man gewinnt einen guten Eindruck von den Seeschlangen im Marianengraben, erfährt mehr über die "Taniwha" und liest so ganz nebenbei, dass nicht diese kolossalen Geschöpfe, sondern die tödliche Bedrohung durch Plastikverschmutzung, die größte Bedrohung für uns alle  sei. 

Weiter geht es dann im Lebensraum "Antarktis". Hier wird natürlich zuallererst die häufigste Drachenart, - der Eisdrache., vorgestellt. Eine grandiose, ebenfalls doppelseitige Illustration zeigt den Eisdrachen bei Flugübungen über den Beardmore-Gletscher, bevor man den kleinen "Frostdrachen" kennenlernt, der als Zugdrache ganze Kontinente hinweg zurücklegt. 

Als Nächstes dann lernt man den Drachenlebensraum Südamerika näher kennen. Hier liest man, dass Südamerika einer der artenreichsten Erdteile sei, sich von daher die ewig hungrigen Drachen besonders gerne aufhalten. Auch hier wird dann die häufigste Drachenart vorgestellt. Es handelt sich um "Hydren", die für ihre vielen Köpfe bekannt sind. Es wird auch die alten Griechen verwiesen, die diese Drachenart schon gekannt haben.

Drachen im Amazonas- Regenwald sind ein weiteres Thema. Hier fallen die "Parvula-Drachen" ins Auge mit ihren schönen Schmetterlingsflügeln. Nicht alle Drachen sind riesig, lernt der Leser und nicht alle furchteinflößend. 

Ein Lebensraum der Drachen in Nord-Amerika vermutet man in einem stillgelegten U-Bahn-Tunnel; zudem scheint es welche, in den Rocky Mountains zu geben. Zu den "Mount-Rushmore-Drachen"  gibt es dann sogar einen Erlebnisbericht aus dem Jahre 1939, der die Glaubwürdigkeit Existenz von Drachen historisch unterstützt. 

Auch europäische Drachen kommen zur Sprache und hier die "Wyvern", die tief in den Wäldern leben. So soll es welche vom süddeutschen Schwarzwald bis in den schwedischen Wald von Tandövala 

Auch in Afrika gibt es Drachen, besonders schön sind farblich die "Saharadrachen", denen man in der Wüste sicher nur zitternd begegnet. 

Schlussendlich gelangt man mit der Drachen-Arche nach Asien, liest von den chinesischen Long-Drachen und erfährt, dass der "Tian Long" nur im 5. Chinesischen Tierkreiszeichen gefunden werden kann und zwar dann, wenn der Erdbeermond erscheint. Diese Poesie gefällt nicht nur Drachenenthusiasten.

Die LeserInnen dieses wunderschönen Buches haben Gelegenheit auf den letzten beiden Seiten "Tian Long" in seiner ganzen Schönheit zu bewundern, weil sie mit der im Buch präsentierten Montgolfiere im Geiste mit aufgestiegen sind, um diesen Drachen zu bestaunen.

Was bleibt ist die Liebe zur Natur und den Naturschauspielen, aber auch das Bewusstsein für große Aufgaben, um der Umweltzerstörung Einhalt zu gebieten. 

Maximal empfehlenswert

Helga König 

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Rezension: Das Weihnachtsliederbuch-Mit Zeichnungen von Tomi Ungerer-Diogenes



Dieses sehr schöne Liederbuch mit Noten und Texten von 21 mehr oder weniger bekannten Weihnachtsliedern wurde von Anne Diekmann unter Mitwirkung von Willi Gohl zusammengestellt. Illustriert ist es mit zauberhaften Zeichnungen von Tomi Ungerer und schenkt der ganzen Familie Freude, sofern sie mit dieser Facette althergebrachter, christlicher Weihnachtskultur noch etwas anfangen können. 

Man erfährt fast immer, wann Melodie und Text entstanden sind und wer sie komponiert bzw. verfasst hat. Die Kennzeichnung der Entstehungszeit ist ähnlich wie bei Kirchenliedern sehr interessant, weil sie den jeweiligen Zeitgeist widerspiegelt.

Der Reigen beginnt mit dem wunderbaren Lied "Es ist ein Ros´entsprungen", das aus dem 15. Jahrhundert stammt. Hier sind Komponist und Verfasser leider unbekannt. Der Poesie des Textes kann man sich heute immer noch nicht entziehen. Sie hallt lange nach und verzaubert.

Die Texte von Weihnachtsliedern mit Kindern zu besprechen, scheint mir sinnvoll, weil nur so sie oft wirklich nachvollziehbar sind. Das gilt auch für die 3. Strophe von "O Tannenbaum", die da lautet: "O Tannenbaum, o Tannenbaum/ dein Kleid will mich was lehren:/ die Hoffnung und Beständigkeit/ gibt Trost und Kraft zu aller Zeit/ O Tannenbaum, o Tannenbaum"/ dein Kleid will mich was lehren." 

Wer mit Begriffen wie Freude und Frohsein, auch mit Frieden und Engel entspannt umgehen kann, wird Gefallen an diesem Buch finden und sich gerne in die passende Bilderwelt vertiefen, sich erinnern und hoffen, dass Kinder noch im tausend Jahren "O du fröhliche" singen werden und dabei dem immerwährenden Weltfrieden ein Stück gekommen näher sind. 

Maximal empfehlenswert 
Helga König

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Rezension: Das Buch der Labyrinthe und Irrgärten-Silke Vry und Finn Dean –Prestel


Dieses reich und dabei sehr schön illustrierte Buch ist eine Einladung zu einer besonderen Reise durch die Welt der Labyrinthe und Irrgärten. Geradezu spielerisch wird den jungen Lesern Lebensweisheit nahegebracht, auch in punkto Sich-Verirren und Verlorengehen. 

Aufgezeigt werden die Unterschiede zwischen einem #Irrgarten und einem #Labyrinth und es kommen Irrgärten des Alltags zur Sprache. In einer im Buch immer wiederkehrenden Rubrik, genannt "Gedankenreise" liest man z.B. "Stell dir mal vor, dass jede vom Handy verschickte Nachricht eine Spur aus Licht hinter sich herziehen würde. Die Erde wäre von einem endlosen irrgartenartigen Netz überzogen." Über solche Dinge nachzudenken, regt natürlich die Phantasie, nicht nur junger Menschen an.

Gezeigt wird in Texten und Illustrationen der Mensch als Labyrinth. Zu diesem Labyrinth gehört nicht zuletzt das Hirn, das ein Irrgarten aus Milliarden von Nervenzellen ist, durch dessen Gewirr ununterbrochen elektrische Signale hin und her rasen, wie den Lesern nahegebracht wird. 

Betrachtungen zu Umwegen, die nach C.G.Jung die direktesten Wege sind, machen deutlich, weshalb Jung mit seiner Ansicht richtig lag. Dabei aber ist es wichtig, zu erkennen, dass man bei allen, vielleicht sogar sehr spannenden Umwegen das Ziel nicht aus den Augen verlieren sollte. 

Die Natur kenne keine geraden Linien und der Künstler Friedensreich Hundertwasser warnte sogar vor ihnen, liest man weiter. Die häufigste Form in der Natur sei die Spirale und solche lernt man im Buch auch kennen, des Weiteren sogenannte magische Spiralen und Fragen wie etwa die, nach den Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Spiralen und Labyrinthen. 

Kennen lernt man berühmte Labyrinthe aus dem Dunkel der Geschichte, natürlich das Labyrinth des Minotaurus oder auch jenes eines berühmten Pharaos. Aber nicht nur in der Antike, sondern auch im Mittelalter gab es Labyrinthe, in Kirchen, speziell in Kathedralen wie etwa jener in Chartres. Dieses Labyrinth kann man von der Form her im Buch auf einer Doppelseite kennenlernen und erhält damit eine Chance, die Symbole in diesem Labyrinth zu entdecken.

Auch über Textirrgärten liest man Wissenswertes und zudem, weshalb Fäden bis heute eine besondere Bedeutung haben. Gezeigt wird zudem, wie man Labyrinthe selbst gestaltet und man lernt fernerhin Irrwege in aller Welt kennen. Diese lernt man auch zu zeichnen. 

Außerdem gibt es eine Gebrauchsanweisung für Irrgärten. Diese sollte man sich gut einprägen. Nicht mehr ganz so junge Menschen, wissen weshalb.

Am Ende der Lektüre hat man neben schönen Bildern, sehr viele Infos zu Labyrinthen und Irrgärten erhalten und so ganz nebenbei für die Schatztruhe der Lebenskunst Wesentliches sammeln können. Damit kann man niemals früh genug beginnen.

Ein gelungenes Buch. Überaus empfehlenswert. 

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Das bunte Wimmelbuch der Lego Steine- Joachim Klang- Heel


Joachim Klang, der Autor dieses gelungenen Wimmelbuches ist ein großer LEGO-Enthusiast. Gemeinsam mit dem Kölner Fotografen-Duo Volker Glasow und Viktor Vahlefeld erzählt er mittels unendlich vielen LEGO- Figuren im vorliegenden Werk kleine spannende Geschichten. Dabei geht es dem Autor darum, seine Ideen in zwölf aus Lego-Steinen gebauten Szenen unterzubringen.

Versteckt sind in den Bildern kleine Anekdoten, die den neugierigen Betrachtern gewiss Freude bringen. Zu entdeckten gibt es viel. 

Joachim Klang benennt zu Beginn eine Reihe von Suchaufgaben, so etwa: 

Welche beiden Figuren entwickeln eine besondere Beziehung zueinander? 

Welche Handlungen überspringen einige Bilder und gehen dann weiter? 

Welche Figuren könnt ihr in allen zwölf Bildern entdecken? 

12 unterschiedliche Welten warten dann auf die Betrachter, so beispielsweise auf dem Flohmarkt, beim Karneval, beim Open-Air-Konzert oder beim Autorennen. 

Die kleinen Mädchen und Jungs ab 3 Jahren können hier eine Vielzahl von Figuren, Tiere, Szenen und Details entdecken und lernen dabei sich präzise auszudrücken, wenn sie das Gesehene schildern.

Bei diesem Buch handelt es sich übrigens um das erste Wimmelbuch mit Fotos gebauter Lego-Szenen.

Didaktisch und pädagogisch ist dieses Wimmelbuchs hervorragend, weil es klug aufgebaut, die Beobachtungsgabe der Betrachter schult. 

Maximal empfehlenswert. 

Helga König

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Rezension: Das große Handbuch der Elfen- Emily Hawkins, Jessica Roux - Prestel


Man muss nicht zwingend ein Kind sein, um sich in die Fantasiewelt dieses zauberhaften Buches vertiefen zu können und man muss auch nicht unbedingt ein Mädchen sein, um sich für das Leben von Elfen zu begeistern. 

Emily Hawkins, eine New York Times-Bestsellerautorin hat gemeinsam mit Jessica Roux, einer freiberuflichen Illustratorin aus Nashville, USA, dieses wunderschöne Buch entwickelt. 

Eingangs erfährt man, dass das Manuskript für das vorliegende Werk aus den 1920er Jahren stammt. Entdeckt hat man es in den Archiven des Britischen Naturkundemuseums. Der entsprechende Ordner war mit dem Vermerk "Fakten noch nicht bestätigt" versehen. Eine Spur zur Autorin- Professor Elsie Arbour- konnte man leider bislang nicht ausfindig machen. Insofern bleibt es den Lesern selbst überlassen, zu erkunden, ob es die im Buch fokussierten und detailliert  beschriebenen Elfen auch wirklich gibt. 

Dieses zauberhaft illustrierte Werk führt Seite für Seite in Traumwelten, durch die Kinder mit dem geheimen Leben der Elfen vertraut gemacht werden können. Was Elfen sind, erfährt man gleich zu Anfang. 

Ausführlich wird anhand von Illustrationen die Anatomie von Elfen erklärt. Hier liest man auch, dass diese Wesen spitze Ohren haben, liest über deren Flugmuskeln, auch über deren Flugstil und begreift  sie auf diese Weise am Ende als real existierend. 

Zauberhafte Illustrationen von Elfenflügeln kann man bestaunen und lernt die Namen der einzelnen Elfenarten kennen, auch in lateinischer Sprache. Weiter geht es mit dem Lebenszyklus der Elfen und ihren Verhaltensmustern, beispielsweise, um nicht gesehen zu werden. 

Anschließend lernt man mittels fantasievoller Illustrationen Elfen aus aller Welt kennen. Die Bläuling-Elfe, einer der wohl bekanntesten Elfenarten, kommt übrigens aus Großbritannien. 

Die Lebensräume der Elfen werden visualisiert. Im Grunde findet man sie überall, nicht nur in Gärten. Dort allerdings soll man besonders schöne Exemplare entdecken, so etwa die Apfelbaum-Elfe und erfährt auch, was speziell diese das Jahr über  als Helferin dieses Baumes und seiner Früchte unternimmt. 

Die Pusteblume-Elfe sitzt übrigens unter den Blättern des Löwenzahns, hat die Größe eines Fingernagels. Man erfreut sich vielleicht an dieser Vorstellung, weil dieses Wesen noch viel kleiner ist als der berühmte Däumling. Magie allerorten. 

Über viele Seiten hinweg werden Elfen aller Art alsdann beschrieben und jeweils ihr Lebensraum, ihr Zuhause, ihre Merkmale und ihr Verhalten sehr gut skizziert. 

Zum Schluss dann ist fast jedem klar, dass es "ein Elfenland" offensichtlich nicht gibt, sondern dass diese Wesen Teil unseres Lebensraums sind. Wen wundert es da noch, dass es eine Elfensprache und Elfengeheimschriften gibt? 

Wie man Elfen findet? Diesbezüglich erhält man zahlreiche sehr gute Tipps. Wer genau hinsieht, entdeckt vielleicht Elfenstaub am Fuße von Pflanzen… Das wäre dann ein Indiz. Phantasiebegabte Kinder sehen ihn natürlich sofort.

Über all das und vieles mehr erfährt man Phantasievolles in diesem unbeschreiblich schön illustrierten Buch, das Kinder aber auch Erwachsene in einen Raum führt, in dem man ungestört staunen darf.

Lesefutter für gute Träume...

Maximal empfehlenswert 

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Rezension: Camille Saint-Saens- Der Karneval der Tiere- Ein Musik-Bilderbuch zum Hören- Illustriert von Jessica Courtney –Tickle- Prestel


Dieses wunderschön illustriert Buch zum Staunen und Hören für Kinder ab dem dritten Lebensjahr fördert nicht nur die Fantasie und den Farbensinn der Kleinen, sondern schult auch deren Musikalität. 

Camille Saint-Saens, dessen Klänge im Buch zu hören sind, war bereits als Kind ein begabter Komponist, der im Alter von 16 Jahren seine ersten Symphonien komponierte. 1886, im Alter von 51 Jahren, komponierte er die scherzhaft musikalische Suite "Karneval der Tiere", die noch heute die perfekte Einführung in die klassische Musik darstellt. 

Diese Suite besteht aus insgesamt 14 Sätzen. Für das Buch wurden 9 Sätze ausgewählt. Aufgrund der Illustrationen können Kinder sich das fokussierte Tier optisch vorstellen, nach dem der  jeweilige Satz benannt worden ist. 

Im Rahmen der letzten beiden Seiten gibt es u.a. ein Glossar, mittels dem man sich bestimmte Begriffe erschließen und sie den Kleinen vermitteln kann.  Auch werden die 9 Sätze musikalisch kurz erläutert.

Auf jeder  Doppelseite schließlich findet man ein Noten-Symbol,  mittels dem man die Illustration durch die Musik der "Karneval der Tiere"  zum Leben erwecken kann. 

Erzählt wird die Geschichte von Ben und Tom, die gemeinsam in einem Buch über die Welt der Tiere lesen, dabei auf geheimnisvolle Art Teil dieser Welt werden und dort Abenteuer erleben, die Kinder gewiss begeistern werden. 

Zauberhafte Bilder, so etwa von besonders musikalischen Schildkröten oder von bunten Vögeln oder von Tieren, die im Wasser leben, bleiben unvergesslich, nicht primär der kleinen Geschichten wegen, sondern hauptsächlich aufgrund der Musik, auf die jeweils eine spezielle Illustration abgestimmt ist. 

Es sind paradiesische Traumwelten, die sich den Kleinen eröffnen,  magische Welten, wo es viel zu sehen und zu bestaunen gibt. Darüber zu plaudern, wird Kindern  gewiss ein Vergnügen sein und bei Knopfdruck werden sich diese Paradiese immer tiefer im Gedächtnis einprägen, speziell was die Klänge und die Farben anbelangt. 

Die Kultivierung des Geschmacks kann nicht früh genug beginnen. Ein Zugang zur klassischen Musik ergibt sich selten ohne Anstoß von außen.

Wichtig: Für Kinder unter drei Jahren nicht geeignet wegen der verschluckbaren Kleinteile, wie etwa der Batterien im verschlossenen Batteriefach. 

Maximal empfehlenswert 

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Rezension: Das ist das Leben- Christian Borstlap-Prestel


Dieses die Fantasie und den Geist anregende, zauberhaft illustrierte Bilderbuch bringt bereits Grundschülern philosophisches Denken nahe. Erwachsene sollten das Buch mit den Kleinen gemeinsam betrachten und lesen und immer wieder auf die Fragen, die neugierige Kinder zu den Texten gewiss spontan stellen werden,  ausführlich - ohne zu dozieren- antworten.  Das erfordert Geduld, die man sich nehmen sollte, weil es das eigenständige Denken von Kindern fördert.

Wie ist Leben auf der Erde entstanden? Was genau ist Leben überhaupt und was kann es bedeuten? #Christian_Borstlap gibt mit seinen knappen Antworten Denkanstöße, die Begriffe mit Inhalt zu füllen. So erfährt der kleine Leser u. a., dass Leben  auch "Wahrnehmen" sei. Dabei wird der Betrachter von einer riesigen Pupille angeblickt, die als solche erst mal wahrgenommen werden muss. 

Es macht Sinn, die Kleinen aufzufordern, mit einzelnen Begriffen zu spielen und sich Geschichten dazu einfallen zu lassen, um so das Gelesene zu vertiefen, beispielsweise auch den Gedanken, dass Leben "Geben" und "Nehmen" sei. Dies zu verinnerlichen, halte ich für überaus wichtig, um später ein zufriedenes Miteinander gestalten zu können. 

Es wird daran erinnert, dass man mitunter viel Krach machen und auch kämpfen muss, (die Illustration  verdeutlichen weshalb) aber auch daran, dass es nicht immer gerecht im Leben zugeht, (auch dies erschließt sich aus der entsprechenden Illustration, wenn man aufmerksam hinschaut). Ist es klug, diese Tatsache nahezu schicksalergeben hinzunehmen?

Wann ist das Leben kompliziert? Die Frage kann man selbst als Erwachsener nicht spontan beantworten. Vielleicht gelingt dies Kindern besser. 

Besonders gut gefallen hat mir der Gedanke zum Schluss: "Leben ist etwas, was wir zusammen machen. Alles Leben ist miteinander verbunden und alles ist voneinander abhängig!"

Diesen Gedanken sollten Menschen schon als Kind verinnerlichen und verstehen lernen, denn dann könnte sich sie Gesellschaft zukünftig in wirklich positiver Weise ändern. 

Maximal empfehlenswert.

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