Das große Baustelle- Wimmelbuch- Isabelle Göntgen- Wimmelbuchverlag



Das große Baustelle-Wimmelbuch werde ich einem meiner zukünftigen Nachbarskinder schenken. Es feiert kommende Woche seinen 2. Geburtstag. Motiviert zu diesem Buch hat mich dessen Faszination für einen Bagger, den es freudig bestaunt, wenn er seine Arbeiten verrichtet. Die Faszination für den Bagger teilt es mit anderen kleinen Kindern, die ihre Mütter ebenfalls zum Verweilen drängen, um dieses Fahrzeug anzuhimmeln und immerfort "Bagger, Bagger" zu plappern. Was die Faszination auslöst, können möglicherweise Kinderpsychologen erklären. Meine Deutungsversuche halte ich diesbezüglich wissenschaftlich für unergiebig. 

Wikipedia schreibt: "Das Wimmelbilderbuch, meist kurz Wimmelbuch genannt, ist eine spezielle Form des Bilderbuchs. Charakteristisch ist oft das im Verhältnis zu anderen Bilderbüchern große Format. Häufig werden Formate größer als A4 gewählt. Auf den sich dann auf dickem Karton meist doppelseitig erstreckenden Bildern "wimmelt" es von Details, Menschen, Tieren und Dingen, sogenannte Wimmelbilder, von denen auch der Name abgeleitet ist. Innerhalb eines Bildes werden Dutzende kleine Alltagsszenen dargestellt, die miteinander durch die gemeinsame Umgebung, wie zum Beispiel einen Zoo, eine Stadt oder einen Bauernhof, verbunden sind."*

Im vorliegenden Buch für Kinder von 2-4 Jahren geht es um Baustellen, geht es darum, dass Kinder anhand von vielen Miniaturen begreifen lernen, was auf unterschiedlichen Baustellen geschieht, wozu Betonmischer, Bagger und Kräne notwendig und im Dauereinsatz sind. 

Auf der ersten Doppelseite lernt man diverse Leute kennen, die auf den Wimmelbildern in der Folge entdeckt werden können. Kinder brauchen  solche Erfolgserlebnisse, wenn sie sich nicht langweilen sollen und man muss sie loben, wenn sie etwas gut zu Wege bringen. Hier werden den Bildbetrachtern, die die Kleinen beim Wimmelbuchgucken begleiten, angeregt, Fragen zu stellen, so etwa "Was macht Flavia mit der grünen Brille?" oder "Dirk liebt seinen Bagger… und wen noch?"

Bereits auf dem ersten Wimmelbild sieht man neben den Baufahrzeugen in Aktion viele Miniaturen, wo Menschen auf unterschiedliche Weise agieren. Es gibt also geradezu unendliche Möglichkeiten, Kinder zu befragen und auf diese Weise ihre Achtsamkeit zu schulen. 

Die Wimmelbilder in diesem Buch sind weltoffen und multikulturell angelegt und das soll auch noch erwähnt werden, Baggerfahren ist in diesem Bilderbuch nicht zwingend eine männliche Angelegenheit. 

Man sieht auch Menschen in landestypischer Kleidung, so steht neben einer afrikanisch gekleideten Frau ein Schwarzwaldmädel und lernt liberalen Umgang mit fremden Erscheinungsbildern. 

Ein sogenannter "Schwimm-Bagger"  sorgt für Aha-Erlebnisse, weil er begreifbar macht, weshalb der Baggersee "Baggersee" heißt.  Solche Bilder prägen sich ein.

Im Wasser und am Ufer wimmelt es vor Kindern und Erwachsenen, die die unterschiedlichsten Dinge  unternehmen. Hier können Kinder sehr viel erzählen  und ihrer Phantasie  Raum geben.

Wer die Welt kennen lernen möchte, muss schauen, benennen. Genau das wird hier eingeübt, wenn die Betrachtenden mit viel Geduld Zentimeter für Zentimeter die Bilder studieren. 

Lobenswert sind die vielen schönen Farben, die für innere Heiterkeit sorgen und zugleich das Farbempfinden schulen. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

Onlinebestellung bitte hier klicken: Wimmelbuchverlag oder Amazon

*Wikipedia: Wimmelbilderbuch

Rezension: Benjamin Blümchen- Wimmelbuch- Wimmelbuchverlag


Benjamin Blümchen ist ein Elefant mit menschlichen Eigenschaften aus dem Zoo im fiktiven Neustadt. 

In diesem Bilderbuch erleben Kinder Benjamin, dessen besten Freund Otto, Zoodirektor Tierlieb, die rasende Reporterin Karla Kolumna sowie viele andere Bewohner von Neustadt einen sehr aufregenden Tag. 

Weshalb? 

Tierbabys sind aus dem Zoo verschwunden und wimmeln überall in der Stadt umher. Aufgabe der kleinen Bildbetrachter ist es, gemeinsam mit Benjamin Blümchen und seinen Freunden diese Tiere wiederzufinden. Dabei erleben sie mancherlei Abenteuer, die sie dann weitererzählen können.  

Auf der Rückseite des Buchdeckels lernt man einige der Tiere, die im Buch zu sehen sind, bei ihren Namen kennen,  so etwa Eric Eisbär  und Steven Strauß, zudem werden die rasende Reporterin, der Zoodirektor und andere Personen vorgestellt, die auf den Wimmelbildern eine Rolle spielen. 

Kleine Kinder ab 2 Jahren können gemeinsam mit älteren Geschwistern oder ihren Eltern,  den Großeltern  als auch anderen Betreuern die Wimmelbilder bestaunen und lernen spielerisch viele Tiere bei ihren Namen zu benennen. 

Auf den doppelseitigen Bildern im Buch sind unterschiedliche Motive zu sehen, zunächst der Zoo, dann eine hübsche Wohngegend, ein Zirkusgelände und ein Piratenanlegeplatz. Es sind Idyllen, die hier nicht nur Kinderherzen erfreuen, denn die abgebildeten Menschen und Tiere gehen zumeist  liebevoll miteinander um. 

Didaktisch gesehen sind die vielen kleinen Miniaturen auf den Wimmelbildern sehr lobenswert, denn hier werden Hilfsbereitschaft, die Menschen- und Tierliebe, Sinn für das Schöne in der Natur (viele Blumen, viel Grün), eingeübt. 

Durch bunte Luftballons und Schmetterlinge wird die Leichtigkeit des Seins suggeriert, die sich ergibt, wenn man so freundlich und aufmerksam wie auf den Bildern miteinander umgeht. 

Während ein Pinguinbaby das Mikrophon des Bürgermeisters hält, der zur Zirkusgesellschaft redet, schleckt ein Eisbärbaby versonnen ein großes Eis, um seinem Namen alle Ehre zu machen, turnt eine Affenbande auf dem Dach eines Karussells, während ein kleiner Frosch sich an einem Kater festhält, um mit ihm gemeinsam in die Lüfte zu steigen. Diese Seilschaft wird von bunten Luftballons getragen. Ach ja, die entzückenden Entenbabys machen sich an den nackten Knöcheln der rasenden Reporterin zu schaffen. Sie wollen offenbar mit ihr spielen und ihr Tempo bremsen. 

Benjamin Blümchen ist der ruhende Pol in diesem ganzen Gewimmel. Das macht ihn zur entscheidenden Figur in diesem Wimmelspiel. Nicht umsonst heißt es: In der Ruhe liegt die Kraft. Dies kann ein Kind nicht früh genug erlernen.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Onlinebestellung: Wimmelbuchverlag oder Amazon

Rezension: Das Kunst Memo Spiel- Mit 36 berühmten Kunstwerken- Alter 4- 99- Prestel



Kinder kann man nicht früh genug mit Kunst konfrontieren, um Interesse dafür zu wecken. 

Bei diesem #Memospiel mit 36 Paaren muss man stets zwei verschiedene Detailausschnitte aus ein und demselben Kunstwerk finden. 

Diese Kunstwerke sind auf einem, vier Seiten umfassenden Faltblatt zu sehen. Hier auch erfährt man den Titel des jeweiligen Werkes, die Entstehungszeit, den Künstler (m/w) und  zudem an welchem Ort man das Original besichtigen kann. 

Die Kunstwerke namhafter Künstler entstammen unterschiedlichen Epochen. 

Zu den Malern zählen Albrecht Dürer, Hieronymus Bosch, Pieter Bruegel D.Ä, Carl Spitzweg, Raffael, Guiseppe Arcimboldo, Claude Monet, August Macke, Robert Delaunay und andere mehr. 

Es empfiehlt sich Kinder nach dem Spiel zu motivieren, die Gesamtbilder zu beschreiben, um so Farb- und Formverständnis zu mehren. 

Schön, dass auch Pieter Bruegels Werk "Kinderspiele" dabei ist. Es erinnert nämlich an ein Wimmelbild. Das macht kleine Kinder natürlich neugierig. 

Etwas größere Kinder, die bereits mit Buntstiften oder Pinseln umgehen können, haben die Chance, das, was es zu sehen gibt, individuell dem Alter und Können entsprechend, malerisch umzusetzen.

Die 72 Kärtchen sind in einer hübschen Box enthalten. Von da entnommen, werden  sie mit der Bildseite nach unten auf den Tisch gelegt. Pro Runde deckt jeder Spieler zwei Kärtchen so auf, dass alle die Motive zu sehen vermögen. 

Wer ein zusammengehörendes Paar findet, darf es behalten und abermals zwei Kärtchen aufdecken. Falls nicht, werden die Karten wieder umgedreht und der nächste Spieler (m/w) kommt an die Reihe. Gewonnen hat, wer am Ende die meisten Bildpaare sein Eigen nennt. 

Das Spiel eignet sich für 2-6 Personen. Die Spieldauer beträgt pro Spielrunde ca. 15 Minuten. 

Sehr lehrreich. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

Onlinebestellung bitte hier klicken: Prestel oder Amazon

Rezension: Klänge der Natur- Welt der Vögel- Robert Hunter- Prestel

In diesem faszinierend illustrierten Vogelkundebuch für Kinder ab dem 3. Lebensjahr lernen diese zahlreiche wunderschöne Vögel kennen. Darüber hinaus können die Kleinen über 60 verschiedene Vogelstimmen entdecken, indem sie auf entsprechend gekennzeichnete Symbole drücken. Dann nämlich fangen die jeweiligen Vögel an zu zwitschern.

Die Klänge sind in Zusammenarbeit mit der Macaulay Bibliothek des Cornell Labors entstanden. Das macht eine Batterie möglich, die auf dem hinteren Buchdeckel integriert ist. Der wichtige Hinweis zum Batteriewechsel sollte unbedingt gelesen und ernst genommen werden aus Sicherheitsgründen für die Kinder.

Die Vogelwelt ist untergliedert in: Vögel des Regenwaldes +Vögel der Berge+Vögel der Wüste +Vögel der Steppe+Vögel des Waldes +Vögel im Eis+ Vögel der Feuchtgebiete+ Vögel der Stadt Vögel des Meeres+Vögel im Busch.

Auf jeweils einer Doppelseite sind dann stets ausgesuchte Vögel zu bewundern und werden auch kurz beschrieben. Dazu gibt es dann immer eine Vogelstimme, die man, wie bereits erwähnt, per Symboldruck erklingen lassen kann.

Zu den Vögeln der Stadt zählen beispielsweise der Eichelhäher, die Elster, der Star, der Wanderfalke, die Haustaube, der Höckerschwan und die Blaumeise. Zu hören gibt es auf dieser Doppelseite den heiseren Schrei des Eichelhähers, der jedes Jahr mehrere Tausend Nüsse für den Winter vergräbt.

Was genau Vögel sind, wird sehr gut erläutert. Dass es diese Tiere schon 160 Millionen Jahre gibt, lässt allerdings staunen. Einige Fachausdrücke lernt man kennen und kann sie den Kleinen vermitteln. Zudem erfährt man konkret, wo die Vögel leben. Auch über die Beschaffenheit der Lebensräume liest man Wissenswertes und darf sich jeweils die Vogelstimmen in diesen Lebensräumen zu Gemüte führen.

Dies ist  für Kinder gewiss ein Riesenspass, der sehr gut Lerninhalte zu transportieren vermag. Was man spielerisch erlernt, wird nicht so leicht vergessen. Und wenn beim nächsten Waldbesuch der Distelfink ruft, wird Ihr Kind oder Enkelkind, wissen, wer das ist und den Vogel auch benennen können. Die Welt erschließt sich uns intellektuell durch die Sprache, durch unsere aber auch durch die Sprache der Tierwelt.

Maximal empfehlenswert

Helga König

Rezension: Das große Buch der Architektur- Prestel

Die Autorin Susanne Rebscher und Illustratorin Annabelle von Sperber haben dieses schöne Wimmelbuch auf den Weg gebracht, das für Kunstfans von 4 bis 99 ein Riesen-Such-Spiel-Spaß verkörpert, so die Werbung des Verlags, in der  keinesfalls übertrieben wurde, wie ich mich überzeugt habe. 

Ben und Mia gehen auf eine Zeitreise und besuchen an unterschiedlichen Orten im Heute und in der Vergangenheit, berühmte Bauwerke. Es geht also konkret um eine Reise in die Welt der Architektur.

Die einzelnen Orte werden auf den letzten Seiten ausführlich beschrieben. Es handelt sich dabei um den Tower von London, den Eiffelturm in Paris, die Metro von Moskau, das Kolosseum in Rom, die Kaiserstadt in Peking, die Gräber der Pharaonen in Gizeh, Ägypten, Taj Mahal in Agra, Indien, das Empire State Building in New York, USA, die Hagia Sophia in Istanbul, Schloss Neuschwanstein in Hohenschwangau, Deutschland, der Tempel Todai-ji in Nara, Japan und das Opernhaus in Sidney, Australien. 

Bevor man sich jeweils in die Bilderwelten vertieft, die wie bei allen Wimmelbüchern den Hauptbestandteil des Buches bilden, macht es Sinn, die erläuternden Texte zu Ende des Buches zu lesen. 

Da gibt es beispielsweise den Eiffelturm in Paris, dargestellt auf einer Doppelseite. Die Szenerie spielt sich in einem anderen Jahrhundert ab. Die Zeitreisenden Ben und Mia sind zur Weltausstellung 1900 nach Paris gereist. Hinter dem Eiffelturm  kann man die Silhouette von Paris zu bewundern, auch ein Feuerwerk, ein Riesenrad, unzählige Menschen, in den Kleidern von damals sind auf dem Wimmelbild zu erblicken. 

Am unteren Rand der Doppelseiten sind nicht nur der Ingenieur des Turm - Gustave Eiffel- zu sehen, sondern auch Dinge wie ein Riesenscheinwerfer für die Beleuchtung des Eiffelturms u.a. mehr.

Damals war der Eiffelturm übrigens rot bemalt und wurde später erst umgestrichen. Die benannten Gegenstände und den Erbauer des Eifelturms kann man auf dem Bild dann suchen und sich so die Einzelheiten bewusst machen und spielerisch Neues hinzulernen, speziell das, was man auf den letzten Seiten dazu gelesen hat.  Pädagogisch ist das sehr klug gemacht.

Jede einzelne fiktive Reise ist überaus lehrreich, regt die Fantasie an, macht neugierig. Dass man Bauten rund um den Globus zu Präsentation ausgesucht hat, finde ich besonders lobenswert, weil dies für Weltläufigkeit  bereits bei Kindern sorgt. 

Auf einer Weltkarte ganz zu Anfang kann man sich klar machen, wo die einzelnen Gebäude verortet sind. Kindern dies alles schon im Vorschulalter spielerisch nahezubringen, halte ich für sinnvoll, doch auch in späterer Zeit schadet ein längerer Blick in dieses Buch nicht,  weil es in eine andere Welt führt, die Fantasie anregt  und Freude schenkt.

Alle Reisen sind nach dem gleichen Prinzip aufgebaut. Die Welt wird bunt und vielschichtig dargestellt. Reiselust wird bereits bei Kleinkindern geweckt. Das kann nur gut sein.

Maximal empfehlenswert
Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich

Onlinebestellung bitte hier klicken Prestel oder Amazon Das große Buch der Architektur: So haben die Menschen früher gebaut! .

Rezension: Magritte und sein Apfel- Klaas Verplancke- Diogenes- Moma

Autor und Illustrator dieses schönen Kinderbuchs ist der Belgier Klaas Verplancke. Den vorliegenden Bildband hat er dem Künstler und Surrealisten René Magritte gewidmet. Dieser wurde 1898 in Lessines in Belgien geboren. Dort begann er im Alter von 12 Jahren zu malen und studierte ab 1914 an der Académie royale de Beaux-Arts in Brüssel. Zunächst probierte Magritte verschiedene Stile aus und begann dann alltägliche Gegenstände zu malen. Dies wurde zu seinem Erkennungszeichen. Magritte gilt als einer der wichtigsten Surrealisten. Dabei vermischte er alltägliche Gegenstände mit Phantastischem und gab damit dem Betrachter Rätsel auf. 

Verplancke lässt die jungen Leser wissen, dass der Surrealismus in den frühen 1920 er Jahren in Paris entstanden ist als Schriftsteller, später auch Künstler mit der Beziehung zwischen Wort und Bedeutung zu experimentieren begannen. Aufgrund  des furchtbaren Grauens, das mit dem 1. Weltkrieg verbunden war, verließen die Künstler sich nicht mehr auf die Vernunft und schöpften ihre Kunst aus Träumereien, Spielereien und Phantasie. 

Im Buch erzählt der Autor die Lebens- und Schaffensgeschichte  René Magrittes mit knappen Worten und visualisiert das Erzählte durch hübsche, lehrreiche Illustrationen, die dem jungen Betrachter (m/w) eine Idee von Magrittes Kunst verschaffen. 

Für die Illustrationen verwendete Verplancke Dinge aus unterschiedlichen Gemälden Magrittes. Die Gemälde sind auf den letzten Buchseiten zu sehen. Mit Verplanckes Methode, ist es möglich, Kindern spielerisch die Kunst Magrittes näher zu bringen.

Pädagogisch wertvoll. Sehr empfehlenswert. 

Helga König 

Überall im Fachhandel erhältlich. Onlinebestellung bitte hier klicken:Diogenes oder Amazon
Magritte und sein Apfel (Kinderbücher)

Rezension: Matisse und sein Garten- Samantha Friedman/ Christina Amodeo

Die Autorin dieses schönen Kunstbuches für kleine und große Kinder ist Samantha Friedmann. Sie ist die Assistenzkuratorin im Museum of Modern Art in New York und hat die bezaubernde Geschichte "Matisse und sein Garten" verfasst, in der in poetischen Worten eine bestimmte Arbeitstechnik des französischen Malers Henri Matisse (1869-1954) den noch jungen Lesern nahe gebracht wird. 

Christina Amodeo ist für die Illustrationen im Buch verantwortlich. Das Werk ist aus dem Amerikanischen von Kati Hertzsch übersetzt worden. 

Der Geschichte Friedmanns zugrunde liegt eine wahre Begebenheit. Der Künstler Henri Matisse war einst nach schwerer Krankheit an sein Bett gefesselt. Er nahm sich Schere und Papier zur Hand und begann, Silhouetten zu auszuschneiden. Die großformatigen, geklebten Collagen stellte er aus buntem Papier her. Diese gelten noch heute als Meilensteine der Kunstgeschichte. 

Das Buch nun enthält neben der sehr feinfühlig erzählten Geschichte um diese Technik und den bezaubernden Illustrationen acht abgebildete Original-Scherenschnitte von Henri Matisse. 

Henri Matisse formte Farben, wie er einst betonte. Das wird durch die Geschichte und die Illustrationen deutlich. 

Die erzählte Geschichte ist voller Poesie, wie nachstehendes Beispiel zeigt: "Seine Schere glitt durch das Papier, und er stellte sich vor, wie sich ein Vogel wohl beim Fliegen fühlt. Beim Schneiden fühlte Matisse sich selbst wie ein Vogel."

Die Illustration der Doppelseite, der man den kleinen soeben zitierten Text entnehmen kann, zeigt den fliegenden Künstler, zeigt Vögel, Wolken und Scheren und eine wahrlich beeindruckende Farbharmonie.

Dann gibt es auch sehr aufklärende Textstellen, durch die man ihm Rahmen der kleinen Geschichte erfährt, dass Matisse mit Farbharmonien und Kontrasten experimentierte und dabei versuchte, herauszufinden, welche Farben zusammenpassten oder sich abstießen.

Zum Schluss des Buches lernt man  die acht Werke von Henri Matisse näher kennen, die man im Buch jeweils auf Doppelseiten bewundern kann und um die es in der Geschichte geht. Dazu zählt auch das Werk "Bienen", das er im Sommer 1948 anfertigte: Es handelt sich dabei um eine Gouache auf Papier, geschnitten und geklebt. In Zeiten des großen Bienensterbens, ist die Bedeutung dieses Werkens nicht nur künstlerisch von großem Wert. Sie ist auch eine Mahnung an uns alle, vernünftiger mit der Natur umzugehen.

Das Buch bringt spielerisch Kindern den wunderbaren Künstler nahe, lehrt dabei das Farbgefühl zu sensibilisieren und motiviert dazu, kreativ zu werden. Buntes Papier und eine Schere können sehr glücklich machen. Einfach mal ausprobieren. Es muss ja nicht gleich ein Matisse werden:-))

Sehr empfehlenswert

Helga König

Überall im Handel erhältlich

Onlinebestellung Diogenes oder Amazon

Rezension: Chamäleon Kunterbunt- Eric Carle- Gerstenberg

Haben Sie kleine Kinder oder kleine Nichten und Neffen oder Enkelkinder, die phantasiebegabt sind?

Ja? 

Dann sollten sie Ihren Schätzchen das Buch "Chamäleon Kunterbunt" von Eric Carle bei nächster Gelegenheit schenken und ein wenig daraus vorlesen, sofern die Kleinen noch nicht schulpflichtig sind. 

Didaktisch nützlich ist das Buch, weil die Kinder Farben spielerisch erkennen lernen, aber vor allem, weil bei aller Spielerei  subtil darauf hingewiesen wird, wie wichtig es ist, man selbst zu sein. Dies kann man bekanntermaßen nicht früh genug lernen, sofern man zu einer Persönlichkeit heranreifen will.

Protagonist des Bilderbuches ist ein Chamäleon, das seine Farbe ständig ändern kann. 

"Sitzt ein Chamäleon auf einem grünen Blatt, wird es grün, so grün wie das Blatt. Klettert es auf einen braunen Baumstamm, wird es braun, so braun wie ein Baumstamm. Ruht es sich auf einer roten Blume aus, wird es rot, so rot wie die Blume. Kriecht es über gelben Sand, wird es so gelb, so gelb wie der Sand."  (Eric Carle)

Man erfährt in der Folge nicht wenig über das anpassungsfähige, höchst spezielle "Chamäleon Kunterbunt", das immer gerne ein bisschen so sein will wie die Lebewesen, die ihm im Laufe der Bildgeschichte begegnen. 

Dass dies letztlich nicht vorteilhaft  für "C. K." ist, verdeutlicht das lehrreiche Ende der Geschichte.

Empfehlenswert, auch für manchen Erwachsenen.
Helga König   

Überall im Handel erhältlich

Onlinebestellung: Gerstenberg oder Amazon

Das große Balladenbuch- Die schönsten Balladen, gesammelt von Christian Strich mit Bildern von Tatjana Hauptmann- Diogenes

Dieses zauberhafte Balladenbuch mit fantasievollen Illustrationen von Tatjana Hauptmann wird in einer hochwertigen, ebenfalls von der Künstlerin illustrierten Box geliefert. 

Die Balladen stammen von namhaften Poeten aus verschiedenen Jahrhunderten, wie etwa Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Ludwig Uhland, Heinrich Heine, Nikolaus Lenau, Theodor Fontane, Christian Morgenstern, Berthold Brecht und Erich Kästner. 

Das Buch enthält u.a. sogenannte Ideenballaden, die im Balladenjahr 1797 von Goethe und Schiller geschaffen wurden und die in ihrer klassischen Form und Thematik den Gegenpol zur Volksballade darstellen. Die Romantiker, wie Brentano, Uhland und Chamisso knüpften an die alten Volksballaden an, während Mörike und Droste –Hülshoff sich dem natur-magischen Balladentypus zuwenden. Andere, wie etwa Heinrich Heine oder auch Fontane greifen historische Themen auf. 

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Balladen mit ihren Inhalten die Fantasie beflügeln. Dies gilt für "Die Bürgschaft" von Friedrich Schiller ebenso wie für dessen Ballade "Die Kraniche des Ibykus" und natürlich auch für Goethes "Der Zauberling". 

Diese Balladen lernte man früher auswendig. Dadurch  entwickelte man  mit etwas Glück ein feines Gespür für Sprache und freundete sich fast spielerisch mit der Geisteshaltung der Balladendichter an. 

Lesen Sie Ihren Kindern oder Enkelkindern Balladen vor, sprechen Sie über den Inhalt und motivieren Sie die Mädchen und  Jungs dazu, sich eigenständig mit diesem Buch zu befassen  oder lesen Sie selbst darin und erinnern sich an die Zeit als Sie erstmals mit den Texten in Berührung kamen. Freude ist Ihnen gewiss, da bin ich mir sicher. 

Sehr empfehlenswert 
Helga König

Überall im Handel erhältlich
Onlinebestellung: Diogenes oder Amazon

Rezension: Das große Wimmelbuch der Kunst- Susanne Rebscher, Annabelle von Sperber

Dieses wunderschöne und dabei hochspannende #Wimmelbuch erzählt in seinen Bilderwelten davon, wie die Kunst einst entstanden ist. Auf den letzten Seiten wird jeweils Wissenswertes im Hinblick auf die gezeigten Motive berichtet.

Wer Wimmelbücher kennt, weiß, dass dort eine Vielzahl von Figuren und Motiven Geschichten vermitteln, die nicht nur die Phantasie anregen, sondern Betrachter auch dazu motivieren, Bildgeschichten zu erzählen.

Die etwas andere Kunstgeschichte beginnt mit den Anfängen der Malerei der Steinzeitmenschen. Wer aufmerksam die kleinen Motive beobachtet, sieht dass alles vortrefflich zusammenpasst, bis auf die weiße Eule. Diese lässt den Betrachter innehalten. Sie steht nicht nur für Klugheit, sondern auch für den Blick in die Welt der Ahnen, die hier sehr liebevoll dargestellt werden. Alle arbeiten im Team, malen gemeinsam mit den Kindern.

Im alten Ägypten ist es ganz ähnlich, wie das nächste Wimmeldoppelbild zeigt, Menschen, wo das Auge hinsieht, alle sind kunstbeflissen. Man ist bei der Kreation der Büste von Nofretete plötzlich dort angekommen, wo sich die Frage stellt: "Wie schön muss eine Frau gewesen sein, von der man nach tausenden von Jahren noch spricht?" Und rätselt.

Weiter wimmelt es dann in Griechenland, wo zum Fest der Göttin Athene alle gekommen sind. Die Betrachter des Spektakels dürfen sich freuen in diese antike Welt einzutauchen, dem eine Szene aus dem alten Rom dann folgt. Das Leben dort ist weniger musisch und geistig ausgerichtet, sondern mehr den leiblichen Gelüsten und dem Militär, der Macht also zugewandt, dem Charakteristischen des alten Roms demnach.

Ganz anders dann mutet das Mittelalter an; "Bilder an Wänden und in Büchern erzählen Geschichten", die  irgendwo hinter Klostermauern stattfinden. Es scheint eine geistige Welt in schönen Farben, eine ruhige Welt gewesen zu sein, wenn man dem Wimmelbuch Glauben schenken darf.

Auf jeder Doppelseite im Buch also wird eine Epoche dargestellt. So wird in der Renaissance geforscht, gemalt und erfunden. Einige der Wimmelfiguren hier kommen uns vertraut vor,  so etwa Leonardo da Vinci und verschiedene  Protagonistinnen seiner Werke. 

Es folgt  die niederländische Malerei. Man erkennt Rembrandt, auch Rubens, ein Modell Van Meers und sieht das Leben in jener Zeit. Es war ein Leben in Ständen, ein ebenso unfreies Leben wie in all den Jahrhunderten zuvor, gefolgt von Manierismus und Klassik,  Epochen, die  gleichfalls unfrei waren. 

Goethe und Schiller diskutieren miteinander, während Ludwig XVI sich auf sein Ableben vorbereitet. Die Klassik ist eine Zeit, des Sammelns und Bewunderns, während auf der Weltbühne wie immer getötet wurde.

Ein bunter Traum sind die beiden Wimmelbuchseiten "Findest Du alle Maler im Blumenmeer?" Ich sehe van Gogh, sehe Monets Garten. Es wimmelt vor schönen Farben. Wunderbar. Anschließend kommen die beiden Seiten, die dem "Blaue Reiter" und seiner  Protagonisten gewidmet sind. Später dann wimmelt es bauhausmäßig und endet mit der Moderne und einigen typischen Vertretern wie Andy Warhol, auch Jackson Pollock und Niki de Saint Phalle. 

Der Suchspielspaß für Kunstfans von 4 bis 99 ist nicht nur ein großes Vergnügen, sondern er schenkt ein Bild von einer bestimmten Epoche, das sich sehr gut einprägt. 

Pädagogisch wertvoll ist es das ganze Buch. Mit Kindern hier gemeinsam auf die Suche zu gehen, schenkt viel Freude. Man lernt nicht nur etwas über Kunst, sondern darüber hinaus, erahnt man die Geisteshaltung der Epoche, in der sie jeweils entstand. 

Sehr empfehlenswert.

Helga König

Bitte klicken Sie auf  den Link, dann gelangen Sie zum Prestelverlag und können das Buch dort direkt bestellen. Sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.http://www.randomhouse.de/Buch/Das-grosse-Wimmelbuch-der-Kunst/Susanne-Rebscher/e470771.rhd