Rezension: Wunder der Natur zum Entdecken und Verstehen-Carl Wilkinson, Grace Helmer- Prestel




Dieses zauberhafte, reich illustrierte Buch für Kinder ab 6 Jahren lehrt diese, sich zu wundern und zu staunen. Es geht darum, dass die Kleinen in ihrer Neugierde, das, was um sie herum geschieht,  beobachten und erkunden lernen. Dies mag in vormaligen Zeiten völlig normal gewesen sein, doch in Zeiten des Internets gilt es, dieses Verhalten besonders sensibel zu schulen. Auf Tuchfühlung mit der Außenwelt zu gehen, kann spannend sein!

Anhand von rund 40 Beispielen werden den kleinen Lesern und Bildbetrachtern Wunder der Natur nahegebracht. Kurze, gut verständliche, erläuternde Texte und ein eine Fülle bunter Illustrationen sorgen für Aha-Erlebnisse und motivieren das alles früher oder später in der Realität zu erkunden. 

Für jedes gezeigte Naturwunder haben die Autoren im Buch zwei Seiten mit Texten und Bildern gestaltet. 

Einige Beispiele:

Gleich zu Beginn geht es um die Früchte der Eiche. Besagter Baum, so erfahren die Leser, beherbergt viele Lebensformen. Diese werden dann im Einzelnen benannt. Dass ein solcher Baum aus einer winzigen Eichel entsteht, ist das Wunder, das bestaunt werden soll, was umso leichter geschehen kann, wenn man weiß, dass nur aus einer von 10 000 Eicheln ein prächtiger Baum entsteht. Wie das geschieht, wird genau erklärt und anhand von Illustrationen dargestellt. 

Auch wenn man älter ist als ein Grundschulkind, weiß man nicht unbedingt, dass einige Wespenarten große, runde Wucherungen, sogenannte "Gallen", hervorrufen und diese einst zur Herstellung von Tinte verwendet wurden. So soll Newton seine Theorien mit "Eichengallus" und Mozart seine Noten auf diese Weise zu Papier gebracht haben. 

Die kleinen Leser dürfen sich in der Folge über den Walgesang, eine Wüstenwiese, über Stalaktit und Stalagmit wundern, um dann am Beispiel von einem Apfel die Schwerkraft zu verstehen. Newton wird erwähnt und es wird kurz und gut verständlich erklärt, was er in punkto Schwerkraft entdeckte. Auch lernen die kleinen Leser ganz spielerisch, was Newtons Theorie bedeutet und dürfen die Bilder bestaunen, die zeigen, wie der Apfel fällt. Dies alles in der Natur nachzuvollziehen und aufgrund des Buches zu wissen, was sich ereignet, erhöht das Staunen, weil man die vermeintliche Zauberei versteht.

Wenig später entdecken die Bildbetrachter einen "Feenring" und erfahren, dass ein solcher auf der Wiese wächst. Worum handelt es sich hierbei? Ich will es verraten. Um einen zarten Ring aus Pilzen. Weshalb der Ring so heißt und was es mit ihm auf sich hat, wird gut erklärt, auch erwähnt, dass der älteste Feenring vermutlich 700 Jahre alt ist und man ihn in Frankreich bewundern kann. Eltern können ja erst mal mit ihren Sprösslingen die Wiesen in ihrer Umgebung erkunden. Auch hier werden die Augen gewiss leuchten, wenn  dieser spezielle Kreis sichtbar wird. 

In diesem Buch werden Naturwunder aus dem unmittelbaren Umfeld der kleinen Leser aber auch aus fernen Kontinenten zur Sprache gebracht und es wird nicht nur auf die Erde geguckt, sondern auch ins Wasser und in den Himmel, um beispielsweise über die Sterne mehr zu wissen, auch über den Polarstern. 

Der Regenwurm ist ein Thema und weshalb er sich bei Regen im Gras zeigt. Auch spektakuläre Naturereignisse werden kindgerecht erklärt, so etwa wie sein ein Vulkanausbruch  ereignet oder weshalb im Falle des Geysirs Wasser in den Himmel schießt. 

Selbst das Geheimnis um das Leuchten der Katzenaugen in der Dunkelheit wird gelüftet und so viele andere Dinge mehr.  Alles hat seinen Grund.  Diese Tatsache lernen die Kleinen hier auf vielfältige Weise.

Je mehr man weiß, umso geringer ist die Angst, Neues zu erkunden und hemmungslos zu staunen über all das, was uns umgibt und woraus wir bestehen. Je mehr man von der Komplexität  der Schöpfung versteht, umso achtsamer und wertschätzender ist man, tritt nicht mehr achtlos auf einen Regenwurm, sondern bewundert ihn stattdessen wie das Leben und die Naturereignisse überall auf der Welt überhaupt. 

Ein tolles Buch. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König 

Onlinebestellung bitte hier klicken: Amazon oder Prestel

Rezension: Donau-Ein magischer Fluss- Michal Hvorecky, Simona Smatana-Achse


In diesem reich bebilderten Kinderbuch ab 6 Jahren lernen die Kleinen mehr über den Fluss Donau.

Der Ich-Erzähler ist Hausen, der größte Fisch Europas, der vielen eher als Beluga-Stör bekannt ist. Er berichtet von der Flussquelle bei Donaueschingen, vom Donaustrom, von seinen Nebenarmen in Flussauen, den Feuchtwiesen und den Inseln mit Lianen, von allem, was er über diesen Fluss weiß und erlebt. 

Auf zahllosen sehr anschaulichen Illustrationen lernen die kleine Betrachter und Leser Tiere kennen, denen Hausen am Flusslauf begegnet, so etwa Seiden- und ein Graureiher, auch Süßwasserquallen und einen Höckerschwan, Tiere also, die ihnen vom Namen und Aussehen her möglicherweise noch nicht bekannt sind. 

Die kleinen Leser erfahren, dass Menschen gelernt haben, den Fluss zu ihrem Vorteil zu nutzen, seit langer Zeit schon Weinstöcke, Marillen, auch Kirschbäume am Flussrand anbauen und an den Donaufurten, Ansiedlungen entstanden sind. Anhand von skizzierten Wahrzeichen lernen sie einzelne, an der Donau gelegene Orte kennen und können sich in eine kenntnisvermittelnde Bilderwelt vertiefen.

Sie lernen u.a., dass in Ulm der höchste Kirchturm und im Kloster Melk eine kostbare Bibliothek bewundert werden kann. Auf dieser Weise wird Neugierde und Fantasie gefördert. Sogar die zwanzigtausend Jahre alte Venus von Willendorf wird erwähnt. Diese können die Kleinen dann nachkneten. 

Der alte Hausen hat schon viel gesehen und weiß, dass es am Lauf der Donau immer wieder Neues zu entdecken gibt. So lernen die Kinder auch unterschiedliche Schiffe aus der Vergangenheit und von heute kennen, die auf der Donau unterwegs waren oder sind und erfahren, dass dieser Fluss durch 10 Länder fließt.

Der kundige Hausen kommentiert das wie folgt: "Ich schwimme in einem Fluss der Sprachen und Kulturen." 

Berühmte Donaubrücken werden textlich und bildlich vorgestellt und auch ein bisschen Mystik spielt eine Rolle. Alte Grenzen werden erwähnt. Hausen kommentiert: "Ich habe viele gesehen, die in ihrer Sehnsucht nach Freiheit heimlich ans andere Ufer geschwommen sind."

Sehnsucht und Freiheit sind Begriffe, die Eltern und Erzieher schon früh mit Inhalt füllen sollten.

Was noch? Die kleinen Leser erfahren auch, wie der Fluss gebändigt wurde, damit er keine Katastrophen mehr verursachen kann und was die Verschmutzung des Flusses durch Plastikmüll bedeutet. 

Kurzum, das Buch klärt auf und vermittelt geografisches Wissen und dies auf spielerische Weise, sofern liebvolle Eltern oder  andere Erwachsene ihnen dabei behilflich sind.

Maximal empfehlenswert. 

Helga König.

Onlinebestellung bitte hier klicken: Achse oder Amazon

Rezension: Layla im Reich des Schneekönigs-Reinhold Messner- Bergwelten.



Der Autor dieses schönen, reich bebilderten Kinderbuchs ist Reinhold Messner. Der berühmte Bergsteiger erklomm seinen ersten Dreitausender mit fünf Jahren, gemeinsam mit seinem Vater. Seit 1969 hat er Hunderte von Expeditionen rund um die Welt unternommen und durchquerte die Antarktis, Grönland aber auch die Wüste Gobi. Darüber hinaus ist er der erste Mensch, der alle Achttausender ohne Sauerstoffflasche bestiegen hat. Von 1999-2004 war er Abgeordneter im Europaparlament und hat insgesamt zwischen 1999-2004 sechs Bergmuseumsprojekte ins Leben gerufen. Zudem gründete er die Stiftung MMF. Diese soll das Leben der Bergvölker sichern. Reinhold Messner hat rund 50 Bücher verfasst und Dutzende von Filmen gedreht. 

Wie er in einem Nachwort schreibt, hat er in diesem Buch versucht, in einer für Kinder leicht verständlichen Sprache, seine Begeisterung für das Hochgebirge, die Suche nach der Schönheit und die Entdeckung der Stille und Einsamkeit zu vermitteln und nicht zuletzt den Jüngsten die Werte anderer Völker zu verdeutlichen, die fernab von der Zivilisation und von Komfort leben. Bei allem möchte der Autor die Kinder für den Respekt vor der Natur sensibilisieren. All das ist ihm vortrefflich gelungen.

Die Illustrationen für das Buch stammen von Davide Panizza, der die Akademie der Schönen Künste in Urbino besuchte und dort seinen Master erwarb. Heute arbeitet er als Grafiker für das Theater und als freier Illustrator in Trient. 

"Layla im Reich des Schneekönigs" beginnt mit einer, viel Zärtlichkeit verströmenden Illustration, die ein kleines Mädchen auf dem Arm ihres Vaters zeigt und die Leser informiert, dass ihr Name "auf dem Berggipfel" bedeutet.

Alsdann wird die Geschichte einer Reise erzählt, die Layla mit ihrem Vater unternimmt. Layla ist die Ich-Erzählerin, die von ihrem Flug, dem Leben bei Nomaden und den Dörfern, in denen es keine Ärzte und Medikamente gab, berichtet. Sie erzählt von der unberührten Natur, die sie kennenlernt und von der unwirtlichen Gegend, in der die Menschen ohne Angst vor dem Tod leben und vom Reich des Schneekönigs, in der es weder Zeit, Kalender noch Uhren gibt. 

Der Illustrator nimmt die Betrachter mit in die erzählten Gegenden und visualisiert die eindrucksvollen Texte, die voller Lebensweisheit stecken. Diese Weisheiten Reinhold Messners kann man sich nicht früh genug zu eigen machen, wenn man in Frieden mit Mensch und Natur sein Leben gestalten möchte.

Das Buch schenkt den kleinen Lesern Impulse. Was sie damit machen, zeigt ihre Zukunft.

Maximal empfehlenswert 

Helga König

Onlinebestellung bitte hier klicken: Bergwelten oder Amazon

Rezension: Der Tag, an dem ich ein Vogel wurde- Ingrid Chabbert, Guridi

 
Dieses in grau-schwarz gehaltene Kinderbuch motiviert die Kleinen ab 4 Jahre, sich auf die Bleistiftzeichnungen zu konzentrieren, während ihnen Erwachsene die knappen, leicht verständlichen Texte vorlesen und die Fragen beantworten, die sich aus den Texten und Zeichnungen ergeben.

Der Ich-Erzähler erzählt wie er sich am ersten Schultag in seine Klassenkameradin Candela verliebt, die vor ihm in der Klasse sitzt, ihn deshalb nicht sehen kann, während er sie bewundert. Der Junge weiß zwischenzeitlich, dass sie Vögel liebt, diese in der Natur beobachtet und sich um die verletzten Tiere kümmert. Candela hat, so erzählt er weiter, nur Augen für Vögel und er nur Augen für Candela. Genau das macht eben Verliebtheit aus, lernen die aufmerksamen Bildbetrachter*innen und Zuhörer*innen. Nur Augen für den Anderen zu haben...

Alsbald betrachtet auch der Ich-Erzähler Vögel mit anderen Augen, kann einen Regenpfeifer von einem Waldsänger und von einer Blaumerle unterscheiden und beschließt, sich eines Tages in einen großen Vogel mit blauem Gefieder zu verkleiden, sich ganz als Vogel zu fühlen, was ihm viele neue Erfahrungen beschert. Er tut dies, um Candela zu gefallen und ihre Aufmerksamkeit zu erregen. 

Was passiert? Candela nimmt ihn plötzlich wahr, doch dann geschieht ein Wunder….! 

Wunder können lehrreich sein! 

Diese Geschichte wird von Zeichnungen begleitet, die selbst kleine Kinder sehr gut nachzeichnen können. Hinzu kommt, dass sie die Grafik eines Vogelflügels und eine bemerkenswerte Zahl von Vögeln, unter diesen eine Eule mit ihren klugen Augen kennenlernen. Vor allem aber lernen  die Kleinen, wie sich Verliebtheit anfühlt.

Maximal empfehlenswert 

Helga König Onlinebestellung bitte hier klicken: Diogenes oder Amazon

Rezension: Tierisch gute Freunde- Sy Montgomery und Rebecca Green –Diogenes


Die Verfasserin dieses wunderschönen, lehrreichen Kinderbuches ab 4 Jahre ist die Naturforscherin und Bestellerautorin Sy Montgomery. 

Die zauberhaften Illustrationen hat Rebecca Green realisiert.
 
Worum geht es in diesem Buch? 

Um den Beweis dafür, dass es nicht nur in der Schule Lehrer gibt, sondern, dass sie uns überall begegnen können, es keineswegs immer Menschen sind, die uns Wichtiges für das Leben vermitteln, sondern sogar Zwei-, Vier-oder gar Achtbeiner. Erwachsene sollten dies wissen, Kinder sollten dies frühzeitig lernen, um nicht ignorant durchs Leben zu laufen.

Die Ich-Erzählerin berichtet davon, wie sie als kleines Mädchen zunächst von einem Hundebaby lernte und zwar etwas wirklich Entscheidendes: Wenn man die Augen offen hält, tut sich die Welt für uns auf.

Mit dieser Erkenntnis lernt die Ich-Erzählerin voller Neugier im Laufe ihres Erwachsenenlebens sehr viel von Tieren. Erzählt u.a. von ihren Erfahrungen mit Gorillas und hier wie wichtig es ist, das Revier des anderen zu achten. 

Seite für Seite warten hübsche Illustrationen auf die kleinen BetrachterInnen, kindgerecht gemalt, viele Fröhlichkeit stimulierende Emotionen vermittelnd und bei allem farbenfroh. 

Sich selbst ein Bild machen, das ist ebenso wichtig, wie die Erkenntnis, dass jedes Lebewesen zählt und man in dunklen auf bessere Zeiten vertrauen sollte, anstelle aufzugeben. Dies und vieles mehr hat die Ich-Erzählerin von Tieren gelernt, die sie als Tierforscherin beobachtet hat. 

Mit Kindern dieses reich illustrierte Buch zu lesen und über dessen Inhalt zu sprechen, ist pädagogisch sinnvoll, weil dadurch nicht zuletzt die Achtsamkeit gefördert wird im Hinblick auf all das, was sich um uns bewegt. 

Maximal empfehlenswert. 
Helga König

Onlinebestellung bitte hier klicken: Diogenes oder Amazon

Rezension: Die Zauberflöte- Wolfgang Amadeus Mozart- Ein Musik-Bilderbuch zum Hören-Prestel


In diesem sehr schön illustrierten Buch mit knappen Erzähltexten können Kinder ab 4 Jahren die berühmteste Oper von Mozart spielerisch kennenlernen. Dabei empfiehlt es sich, wenn Erwachsene zunächst die letzten beiden Seiten des Buches lesen, um ihren Schützlingen anschließend zu vermitteln, wer Wolfgang Amadeus Mozart war und was es mit der Zauberflöte auf sich hatte. 

Vielleicht lässt sich den Kindern auch das ein oder andere aus dem beigefügten Glossar vermitteln und man kann so den Kleinen erklären, was man unter einer Melodie, einer Arie oder unter Rhythmus versteht. Es ja bereits erfreulich, wenn sie die Begriffe schon mal gehört und nicht vergessen haben, auch wenn sie diese Jahre später erst mit Inhalt füllen können. 

Worum es geht? Um die Abenteuer des Prinzen Tamino, um Unfrieden zwischen zwei Königreichen, auch um den Vogelfänger Papageno, die Königin der Nacht und deren, seitens des Sonnenkönigs entführte Tochter Pamina. Tamino soll diese wiederfinden und sich deshalb mit einer Zauberflöte auf eine gefährliche Reise begeben. Geführt von einer Fee, findet er die Königtochter schließlich, aber es muss noch viel geschehen, bis Frieden und ein Happy End in Sicht sind… 

Die phantasievollen Illustrationen entzücken Kinderaugen natürlich und die knappen Erzähltexte ebenso. Dabei gibt es viel zu sehen und zu fragen und da es sich um ein Musikbilderbuch zum Hören handelt, sind Druckpunkte auf jeder Bildseite zu betätigen, die, sobald man auf sie drückt, Melodien aus der Zauberflöte ertönen lassen, kurze Sequenzen, die zu den Illustrationen (kindgerechte Bühnenbilder) passen. 

Auf der letzten Seite werden dann die insgesamt 10 Druckpunkte inhaltlich genau beschrieben. Beispiel Druckpunkt 6: "Das ist die berühmteste Melodie aus der Zauberflöte! Tamino spielt sie um Pamina zu finden. Dankbarkeit, dass Pamina am Leben ist. Der Operntext erzählt, dass sich selbst wilde Tiere freuen, wenn sie die Flöte hören. Der Klang ist dabei ländlich und zeichnet das Bild des Waldes."

Diese Texte können Erwachsene ihren Kleinen in einfachen Worten vermitteln oder einfach vorlesen und bei Unverständnis kurz erläutern, dann die beigefügten Knöpfe drücken, um zu erfragen, an welcher Stelle der  zuvor gelesenen Geschichte, sie diese Musik schon mal gehört haben. 

So kann das musikalische Erinnerungsvermögen geschult werden. 

Dies ist ein Buch, das die Liebe zu klassischer Musik entstehen lässt. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König 

 Onlinebestellung bitte hier klicken: Prestel oder Amazon

Rezension: Die Hüterin der Drachen- Curatoria Draconis, Tomislav Tomic- Prestel

Dieses beeindruckend illustrierte Buch visualisiert eine Phantasiewelt, in der Drachen die Hauptrolle spielen. Es nimmt Kinder mit auf die Reise durch die Kontinente und lässt auf subtile Weise Bewusstsein für die Umwelt aber auch deren Zerstörung entstehen.

Gleich zu Beginn stellt sich die Hüterin der Drachen vor. Sie berichtet von ihren Aufgaben und lässt die LeserInnen wissen, dass die Lebensräume und Verstecke der Drachen durch den Abbau von Rohstoffen geplündert und zerstört werden, es deshalb ihre Drachen-Arche gäbe, wo die letzten Drachen Zuflucht fänden.

Auf einer Doppelseite kann man sich alsdann in das Innenleben der Drachen-Arche vertiefen und ahnt bereits, das Staunen über das gewaltige Schiff mit den vielen wohldurchdachten Wimmelmomenten. Hier gibt es etwas zu sehen! Hier darf man ungebremst staunen! 

Natürlich wird zu Beginn des Buches auch die Besatzung vorgestellt, zudem wird das Quartier der Drachenhüterin doppelseitig gezeigt. Dort können Kinder Einzelheiten benennen und Geschichten entwickeln, die sich aus dem Gesehenen ergeben. 

Dann fangen die Reisen an, beginnend mit einer Zeichnung von Ozeanien und einem Text, in dem man erfährt, was Ozeanien so attraktiv für Drachen macht. Vorgestellt wird die dort häufigste Drachenart und es wird mit einer Kurzbeschreibung des Lindwurms aufgewartet. Auch eine Warnung für den Lehrling fehlt nicht. Phantasievolle kleine Geschichten runden die Präsentation dieses und weiterer Drachen ab. 

Man gewinnt einen guten Eindruck von den Seeschlangen im Marianengraben, erfährt mehr über die "Taniwha" und liest so ganz nebenbei, dass nicht diese kolossalen Geschöpfe, sondern die tödliche Bedrohung durch Plastikverschmutzung, die größte Bedrohung für uns alle  sei. 

Weiter geht es dann im Lebensraum "Antarktis". Hier wird natürlich zuallererst die häufigste Drachenart, - der Eisdrache., vorgestellt. Eine grandiose, ebenfalls doppelseitige Illustration zeigt den Eisdrachen bei Flugübungen über den Beardmore-Gletscher, bevor man den kleinen "Frostdrachen" kennenlernt, der als Zugdrache ganze Kontinente hinweg zurücklegt. 

Als Nächstes dann lernt man den Drachenlebensraum Südamerika näher kennen. Hier liest man, dass Südamerika einer der artenreichsten Erdteile sei, sich von daher die ewig hungrigen Drachen besonders gerne aufhalten. Auch hier wird dann die häufigste Drachenart vorgestellt. Es handelt sich um "Hydren", die für ihre vielen Köpfe bekannt sind. Es wird auch die alten Griechen verwiesen, die diese Drachenart schon gekannt haben.

Drachen im Amazonas- Regenwald sind ein weiteres Thema. Hier fallen die "Parvula-Drachen" ins Auge mit ihren schönen Schmetterlingsflügeln. Nicht alle Drachen sind riesig, lernt der Leser und nicht alle furchteinflößend. 

Ein Lebensraum der Drachen in Nord-Amerika vermutet man in einem stillgelegten U-Bahn-Tunnel; zudem scheint es welche, in den Rocky Mountains zu geben. Zu den "Mount-Rushmore-Drachen"  gibt es dann sogar einen Erlebnisbericht aus dem Jahre 1939, der die Glaubwürdigkeit Existenz von Drachen historisch unterstützt. 

Auch europäische Drachen kommen zur Sprache und hier die "Wyvern", die tief in den Wäldern leben. So soll es welche vom süddeutschen Schwarzwald bis in den schwedischen Wald von Tandövala 

Auch in Afrika gibt es Drachen, besonders schön sind farblich die "Saharadrachen", denen man in der Wüste sicher nur zitternd begegnet. 

Schlussendlich gelangt man mit der Drachen-Arche nach Asien, liest von den chinesischen Long-Drachen und erfährt, dass der "Tian Long" nur im 5. Chinesischen Tierkreiszeichen gefunden werden kann und zwar dann, wenn der Erdbeermond erscheint. Diese Poesie gefällt nicht nur Drachenenthusiasten.

Die LeserInnen dieses wunderschönen Buches haben Gelegenheit auf den letzten beiden Seiten "Tian Long" in seiner ganzen Schönheit zu bewundern, weil sie mit der im Buch präsentierten Montgolfiere im Geiste mit aufgestiegen sind, um diesen Drachen zu bestaunen.

Was bleibt ist die Liebe zur Natur und den Naturschauspielen, aber auch das Bewusstsein für große Aufgaben, um der Umweltzerstörung Einhalt zu gebieten. 

Maximal empfehlenswert

Helga König 

 Onlinebestellung bitte hier klicken: Prestel oder Amazon

Rezension: Das Weihnachtsliederbuch-Mit Zeichnungen von Tomi Ungerer-Diogenes



Dieses sehr schöne Liederbuch mit Noten und Texten von 21 mehr oder weniger bekannten Weihnachtsliedern wurde von Anne Diekmann unter Mitwirkung von Willi Gohl zusammengestellt. Illustriert ist es mit zauberhaften Zeichnungen von Tomi Ungerer und schenkt der ganzen Familie Freude, sofern sie mit dieser Facette althergebrachter, christlicher Weihnachtskultur noch etwas anfangen können. 

Man erfährt fast immer, wann Melodie und Text entstanden sind und wer sie komponiert bzw. verfasst hat. Die Kennzeichnung der Entstehungszeit ist ähnlich wie bei Kirchenliedern sehr interessant, weil sie den jeweiligen Zeitgeist widerspiegelt.

Der Reigen beginnt mit dem wunderbaren Lied "Es ist ein Ros´entsprungen", das aus dem 15. Jahrhundert stammt. Hier sind Komponist und Verfasser leider unbekannt. Der Poesie des Textes kann man sich heute immer noch nicht entziehen. Sie hallt lange nach und verzaubert.

Die Texte von Weihnachtsliedern mit Kindern zu besprechen, scheint mir sinnvoll, weil nur so sie oft wirklich nachvollziehbar sind. Das gilt auch für die 3. Strophe von "O Tannenbaum", die da lautet: "O Tannenbaum, o Tannenbaum/ dein Kleid will mich was lehren:/ die Hoffnung und Beständigkeit/ gibt Trost und Kraft zu aller Zeit/ O Tannenbaum, o Tannenbaum"/ dein Kleid will mich was lehren." 

Wer mit Begriffen wie Freude und Frohsein, auch mit Frieden und Engel entspannt umgehen kann, wird Gefallen an diesem Buch finden und sich gerne in die passende Bilderwelt vertiefen, sich erinnern und hoffen, dass Kinder noch im tausend Jahren "O du fröhliche" singen werden und dabei dem immerwährenden Weltfrieden ein Stück gekommen näher sind. 

Maximal empfehlenswert 
Helga König

Onlinebestellung bitte hier klicken: Diogenes oder Amazon

Rezension: Das Buch der Labyrinthe und Irrgärten-Silke Vry und Finn Dean –Prestel


Dieses reich und dabei sehr schön illustrierte Buch ist eine Einladung zu einer besonderen Reise durch die Welt der Labyrinthe und Irrgärten. Geradezu spielerisch wird den jungen Lesern Lebensweisheit nahegebracht, auch in punkto Sich-Verirren und Verlorengehen. 

Aufgezeigt werden die Unterschiede zwischen einem #Irrgarten und einem #Labyrinth und es kommen Irrgärten des Alltags zur Sprache. In einer im Buch immer wiederkehrenden Rubrik, genannt "Gedankenreise" liest man z.B. "Stell dir mal vor, dass jede vom Handy verschickte Nachricht eine Spur aus Licht hinter sich herziehen würde. Die Erde wäre von einem endlosen irrgartenartigen Netz überzogen." Über solche Dinge nachzudenken, regt natürlich die Phantasie, nicht nur junger Menschen an.

Gezeigt wird in Texten und Illustrationen der Mensch als Labyrinth. Zu diesem Labyrinth gehört nicht zuletzt das Hirn, das ein Irrgarten aus Milliarden von Nervenzellen ist, durch dessen Gewirr ununterbrochen elektrische Signale hin und her rasen, wie den Lesern nahegebracht wird. 

Betrachtungen zu Umwegen, die nach C.G.Jung die direktesten Wege sind, machen deutlich, weshalb Jung mit seiner Ansicht richtig lag. Dabei aber ist es wichtig, zu erkennen, dass man bei allen, vielleicht sogar sehr spannenden Umwegen das Ziel nicht aus den Augen verlieren sollte. 

Die Natur kenne keine geraden Linien und der Künstler Friedensreich Hundertwasser warnte sogar vor ihnen, liest man weiter. Die häufigste Form in der Natur sei die Spirale und solche lernt man im Buch auch kennen, des Weiteren sogenannte magische Spiralen und Fragen wie etwa die, nach den Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Spiralen und Labyrinthen. 

Kennen lernt man berühmte Labyrinthe aus dem Dunkel der Geschichte, natürlich das Labyrinth des Minotaurus oder auch jenes eines berühmten Pharaos. Aber nicht nur in der Antike, sondern auch im Mittelalter gab es Labyrinthe, in Kirchen, speziell in Kathedralen wie etwa jener in Chartres. Dieses Labyrinth kann man von der Form her im Buch auf einer Doppelseite kennenlernen und erhält damit eine Chance, die Symbole in diesem Labyrinth zu entdecken.

Auch über Textirrgärten liest man Wissenswertes und zudem, weshalb Fäden bis heute eine besondere Bedeutung haben. Gezeigt wird zudem, wie man Labyrinthe selbst gestaltet und man lernt fernerhin Irrwege in aller Welt kennen. Diese lernt man auch zu zeichnen. 

Außerdem gibt es eine Gebrauchsanweisung für Irrgärten. Diese sollte man sich gut einprägen. Nicht mehr ganz so junge Menschen, wissen weshalb.

Am Ende der Lektüre hat man neben schönen Bildern, sehr viele Infos zu Labyrinthen und Irrgärten erhalten und so ganz nebenbei für die Schatztruhe der Lebenskunst Wesentliches sammeln können. Damit kann man niemals früh genug beginnen.

Ein gelungenes Buch. Überaus empfehlenswert. 

Helga König Onlinebestellung bitte hier klicken: Prestel oder Amazon

Das bunte Wimmelbuch der Lego Steine- Joachim Klang- Heel


Joachim Klang, der Autor dieses gelungenen Wimmelbuches ist ein großer LEGO-Enthusiast. Gemeinsam mit dem Kölner Fotografen-Duo Volker Glasow und Viktor Vahlefeld erzählt er mittels unendlich vielen LEGO- Figuren im vorliegenden Werk kleine spannende Geschichten. Dabei geht es dem Autor darum, seine Ideen in zwölf aus Lego-Steinen gebauten Szenen unterzubringen.

Versteckt sind in den Bildern kleine Anekdoten, die den neugierigen Betrachtern gewiss Freude bringen. Zu entdeckten gibt es viel. 

Joachim Klang benennt zu Beginn eine Reihe von Suchaufgaben, so etwa: 

Welche beiden Figuren entwickeln eine besondere Beziehung zueinander? 

Welche Handlungen überspringen einige Bilder und gehen dann weiter? 

Welche Figuren könnt ihr in allen zwölf Bildern entdecken? 

12 unterschiedliche Welten warten dann auf die Betrachter, so beispielsweise auf dem Flohmarkt, beim Karneval, beim Open-Air-Konzert oder beim Autorennen. 

Die kleinen Mädchen und Jungs ab 3 Jahren können hier eine Vielzahl von Figuren, Tiere, Szenen und Details entdecken und lernen dabei sich präzise auszudrücken, wenn sie das Gesehene schildern.

Bei diesem Buch handelt es sich übrigens um das erste Wimmelbuch mit Fotos gebauter Lego-Szenen.

Didaktisch und pädagogisch ist dieses Wimmelbuchs hervorragend, weil es klug aufgebaut, die Beobachtungsgabe der Betrachter schult. 

Maximal empfehlenswert. 

Helga König

Onlinebestellung bitte hier klicken: Heel oder Amazon